Heute weht ein strammer Südwest Wind, es sollte nicht regnen (und tut es dann auch wirklich nicht) und ein wenig wärmer werden als dir Tage zuvor. Nachdem wir uns gegen den Wind aus Figueira herausgekämpft haben, geht es hinauf auf die 100 m hohen Steilklippen mit prächtiger Aussicht auf Figueira und hinter der nächsten Kurve schwenkt die Straße endlich nach Norden und wir haben für die meiste Strecke des Tages Wind von der Seite bis schräg hinten, also recht günstige Bedingungen für eine längere Etappe. Der spannendste Teil der Strecke kommt gleich zu Anfang, entlang der Klippen geht es wild rauf und runter, auf einer teilweise einspurigen Straße, zum Glück fast autofrei, denn hier braucht man Platz um die Windböen auszugleichen und auch mal auf der linken Straßenseite in den Abgrund zu schauen. Absolut spektakulär, wahrscheinlich die besten 5 Kilometer der ganzen Reise bisher.




Dann verläuft die Route auf perfekten kleinen Straßen gemütlich (Rückenwind!) weiter durch Wälder und Baumplantagen, an ein paar Seen entlang, deren Existenz ich mir in dieser durchweg sandigen Gegend nur schwer erklären kann. Die nächsten 25 Kilometer geht es wieder schnurgeradeaus, mal strauchartige Macchia mit ein paar jungen Kiefern und dann wieder durch eine Landschaft, die man sich auch in Island denken könnte, Sand, Sand und noch etwas Sand mit grasartigem Bewuchs. Sicher ist nur, dass das nicht der originale Zustand der Landschaft war.
Der Rest ist flach, man könnte sagen langweilig und die Etappe endet auf einer schmalen Landzunge zwischen Dünen und einem Fluss mit Feuchtgebiet bis sich am Horizont die Ferienhäuser auftürmen und wir in Costa Nova ankommen. Dort sind wir definitiv in der schrägsten Unterkunft bisher, zwar ein ganzes Haus, aber mit winzigen, fast fensterlosen Zimmern – aber die Auswahl an Unterkünften hier war eben keine. 71 Kilometer, 289 Höhenmeter, so könnte es weiter gehen, wäre da nicht die Wettervorhersage für morgen….































