In Portugal wird das Märchen von Hase und Igel etwas anders erzählt. Hier treten Hase und Schlange gegeneinander an und egal wie schlau oder schnell der Hase ist, ob er früh losrennt oder spät, immer ist die Schlange schon da. Mal 10 Meter, mal 100, sogar 300 Meter lange Exemplare haben wir gesehen. Wären wir nicht schon mal hier gewesen, es wäre echt frustrierend. In der Frühlingssonne könnte man sich in Belém auch 2 Stunden am Hieronymus Kloster anstellen, aber bei Sturm mit 75 km/h Böen und aufkommenden, horizontalem Regen bewundern wir die Reisegruppen, die sich das antun. Aber vielleicht muss man eher Mitleid haben…




Außer im Museumscafé herrschte im kürzlich erst eröffneten Museu de Arte Contemporânea schräg gegenüber vom Kloster kein Andrang. Da haben wir beschlossen, die Ausstellungen anzusehen und zu hoffen, dass die Regengüsse in der Zwischenzeit abflauen. Es gab eine Sonderausstellung von Patti Smith, die den Eintrittspreis zwar fast verdoppelt hat, für uns nicht studierte Kunstbanausen leider eine Nummer zu kryptisch war. Die anderen Stockwerke, mit immensen Flächen, boten einen Parforceritt durch die Kunst des 20. Jahrhunderts; von jedem berühmten Maler oder Bildhauer mindestens ein Werk (und es gibt sehr viele Berühmte aus dieser Zeit). Da war manch Spannendes dabei, aber zum Schluss überwog das Gefühl, von der Masse erschlagen worden zu sein. Eine moderne Interpretation der Azulejos fand ich besonders gelungen:



Den Heimweg von Belém haben wir, wie durch ein Wunder, praktisch trocken geschafft, allerdings waren wir fast 2 Stunden unterwegs, weil die Öffis nicht kamen und wir dann auch noch mit dem falschen Bus völlig vom Weg abkamen.
















