3 Ländertour von Österreich durch die Schweiz nach Friedrichshafen, nah am und im Wasser

In Feldkirch hatten wir übernachtet, weil die Suche nach einem bezahlbaren Hotel an der eigentlichen Route (auf der Schweizer Seite) nur zu diversen Motels an der Autobahn geführt hätte, da glaubten wir uns aus dem Würgegriff des Schweizer Franken zu befreien, aber so viel billiger war es dann auch nicht, aber Feldkirch ist auf jeden Fall attraktiver als jedes Motel im Nirgendwo. In der Früh war der Markt schon aufgebaut und wir haben uns für den Tag versorgt und einen sehr guten Kaffee am Marktplatz bekommen. Der Weg zurück auf die Route verlief auf einem Damm entlang der Ill, die auch schon ganz schön voll und schnell unterwegs war. Die Gewitter der letzten Tage haben in der Schweiz besonders Rhône und Rhein betroffen und wir sind gespannt, wie die Lage tatsächlich ist. Bei Meiningen queren wir den Rhein, der hier schon mal ganz randvoll ist. Bis kurz vor St. Margarethen geht es aber flott auf dem Damm entlang, ein wenig Rückenwind und wir überholen nicht nur einen E-Biker. Am Ufer liegen teils große Schwemmholzhaufen vom letzten Hochwasser, was erst ein paar Wochen her ist und ja auch den Bodensee zum Überlaufen gebracht hat. Hier bedienen sich schon einige mit der Kettensäge an dem herrenlosen Holz. Die Wiesen hinter dem ersten Damm sind nun schon ziemlich unter Wasser und dann versinkt auch der Radweg im Rhein und wir müssen auf die Straße ausweichen, zum Glück gibt es kurz vor der Überschwemmung einen Tunnel unter der Autobahn hindurch und wir kommen auf die Landstraße, auf der wir bald in St. Margarethen sind. Dann lasse ich ausnahmsweise Google einen direkten Weg nach Romanshorn suchen und wir fahren über Rheineck und Thal in Richtung Bodensee. Dummerweise liegt Thal eher auf einem Hügel. Oben angekommen haben wir dafür aber einen perfekten Rundblick auf den Bodensee und auch ein paar Steinblöcke für die verdiente Brotzeitpause, nach 40 Km. Der nächste Ort, jetzt wieder auf der geplanten Route am See ist Rohrschach, wo wir ein Café direkt am See finden. Der Wasserspiegel ist wirklich ‘Oberkante Unterlippe’ und an manchen Stellen schwappt das Wasser auf den Radweg. Bemerkenswert ist die Eisenbahnlinie, die zwischen den Häusern und dem Ufer verläuft (wie sonst die Uferstraße), das bedingt reichlich viele Bahnübergänge für die Fußgänger. Die Kaffeepause timen wir so, dass wir die Fähre von Romanshorn nach Friedrichshafen um halb 3 bekommen werden. Die Rechnung war aber ohne Blick auf das Wetterradar gemacht und auf dem Weg entlang des Sees türmen sich rabenschwarze Wolkenberge auf. Obwohl es jederzeit loskübeln könnte, werden wir verschont und kommen trocken auf die Fähre und können die Überfahrt sogar draußen sitzend genießen. Erst in Friedrichshafen setzt der Regen ein. Nun sind wir also wieder in Deutschland, komisches Gefühl nach fast 4 Monaten. In einem Handyladen bekomme ich günstig mein, im Laufe der Reise, total verkratztes Gorillaglas gewechselt, das erleichtert die Navigation, die jetzt nur noch bis zu unserem Wellness-Hotel ‘Knoblauch’ am Stadtrand von Friedrichshafen führt. Es gießt in Strömen und wir sitzen in der Sauna, schon wieder ein perfekter Tag.

62 Km, 230 Hm, Umwege wegen Rheinhochwasser, schönes Wetter bis zur Überfahrt mit der Fähre

Von Jenins durch Liechtenstein nach Feldkirch

Wir starten bei fragwürdiger Wetterlage in den Tag durch schöne Weinberge oberhalb des Rheintals, in den Bergen hängen fette Wolken und nach noch nicht mal 5 Kilometern trifft uns ein Gewitter, aber wir finden ganz guten Schutz vor einer Scheune und nach einer halben Stunde mit tollen Blitzen und ordentlich Regen scheint wieder zaghaft die Sonne.

Dann geht es hinunter an den Rhein, an dem wir auf dem Damm entlang fahren, an senkrechten Felswänden vorbei. Mal ist der Fluss schneller, mal wir. Eine graue Brühe mit gewaltigen Wellen an einer Stufe im Fluss. Als der Radweg sich zu sehr der Autobahn nähert, wechseln wir bei Balzers auf die andere Seite und folgen dem Liechtensteiner Rheintal-Radweg. In der Nähe von Vaduz kommen wir an einer alten, restaurierten hölzernen Rheinbrücke vorbei und finden einen Hirschkäfer, der sich hier mal untergestellt hat, bis der Regen aufhört. In Schaan machen wir in einem Café eine lange Mittagspause, während es draußen ausgiebig regnet. Später hört der Regen auf und weiter geht es durch die Wiesen, vorbei an ein paar Störchen in Richtung Feldkirch. Auf einem kleinen Brückchen rastet einen Schwanenfamilie, unsicher, ob sie ohne Visum in die EU dürfen, wir halten kurz an, aber auch im Gebüsch lauert kein Grenzer.

Die wenigen Kilometer bis Feldkirch sind von stetem Wechsel zwischen Regen und Sonnenschein geprägt, so dass mehr Zeit mit An- und Ausziehen als mit Radfahren vergeht. Das Hotel in Feldkirch hat einen online Check-In, der mit Hilfestellung des Hoteliers auch funktioniert – ziemlich unsinnige Technik.

40 Km, 170 Hm, Regensachen an, aus, an, aus, an, aus