Nein, nicht der Regen macht Pause, wir machen Pause und es regnet durchgehend bis zum Nachmittag, dann kommt die Sonne mal hervor und es regnet nur noch ab und zu. So ergibt sich die Möglichkeit, von unserem Hotel über den Strand in die Stadt zu laufen und unterwegs an den Felsen ein wenig die Fitness zu verbessern.
In der Stadt fallen wir wieder von einer Pintxo Bar in die nächste. Dann ist nach diversen Gläsern Wein Sendepause:
Der Wirt ist sehr um das Wohl seiner einzigen Gäste bemüht, ich darf den Kaffee sogar Susi ans Bett bringen, sie hat heute nämlich einen Muskelkater (warum können wir uns beide gar nicht erklären).
Heute stehen die Sterne besser, die Sonne scheint und es soll sogar warm werden. Noch besser: Es geht ans Meer, 450 m nur abwärts. Solche Aussage zu treffen ist aber heikel, denn schon beim nächsten Bordstein wird es heißen, schau, es geht niemals nur abwärts! Die Via Verde del Pazaola erreichen wir tatsächlich nur wieder über einen mäßig steilen Anstieg aus dem Ort heraus, aber dann! Auf 25 Kilometer geht es durch ein unberührtes, unbebautes Flusstal, keine Straße, keine Menschen. 47 Tunnel sind es insgesamt, heute waren noch ca. 40 übrig, deren Beleuchtung allesamt defekt war, aber wir haben ja Licht am Rad und das ist tatsächlich hilfreich, um den ärgsten Tunnelduschen ausweichen zu können. Trotz Sonnenschein ist es in dem Tal noch frisch und in den Tunneln sowieso. Natürlich gibt es auch viele Brücken, auf denen man sich wie in einem Baumwipfelpfad fühlt. Ein merkwürdiges Viadukt steht quer im Tal, wozu wurde es erbaut, zwischen steilen Hängen ohne einen ersichtlichen Anschluss?
Über dem Verfallsdatum
Nach zwei Stunden gemütlichen Hinabrollens, allerdings auf recht ruppigem Untergrund kommen wir in Andoain an und setzen uns im Schatten eines Baumes ins Café für ein zweites Frühstück. Es sind dann noch gut 20 Kilometer bis San Sebastian, weitgehend entlang des Flusses Urumea, auf schönen Radwegen bis ans Meer. Dann geht es in die lebhafte Altstadt zur Konstituzio Plaza auf ein Bier, bevor wir entlang des spektakulären Stadtstrands Playa de la Concha (weil er so perfekt muschelförmig in einer Bucht liegt) zu unserem Hotel radeln. Das Eckzimmer hat einen Ausblick auf Meer und Strandpromenade fast wie in der Karibik. Und dann gibt es genau eine Stunde mit optimale Bedingungen um am Strand in der Sonne zu liegen, bevor ein Sturm aufzieht und das schlechte Wetter von morgen ankündigt.
50 Km, 208 Hm, völlig eingedreckelt von der matschig-nassen Via Verde
Das Video der Via Verde del Plazaola Teil 2 ist ungeschnitten, also länger als üblich und ist mehr der eigenen Erinnerung an diese wunderschöne alte Bahntrasse gedacht.