Von Triacastela über den Pass Alto do San Roque nach Villafranca del Bierzo

Diese Etappe war von der knackigen Art, aber auch sehr eindrucksvoll. Vom Start weg ging es konstant hinauf von 610m auf über 1330m. Die Passhöhe haben wir nach genau 2 Stunden erreicht, über eine sehr gute Landstraße mit nicht mehr als einem Dutzend Autos in der ganzen Zeit. Oben angekommen lud ein einfaches Restaurant zur Pause ein, ideal für das 2. Frühstück. Hier kehrten auch alle Pilger ein, die mit Erreichen des Passes den beschwerlichsten Teil des Pilgerwegs Caminho frances hinter sich gebracht hatten. Die Aussicht und das Wetter könnten nicht besser sein, in der Ferne sieht man Berge mit Schneefeldern.

Nach angemessen langer Pause geht es dann etliche Kilometer auf der Höhe entlang, allerdings mal etwas runter, mal etwas rauf bis wir am 2. Pass ankommen, bei dem ein im Jahr 863 gegründetes Dorf zur Pilgerunterkunft zu bewundern ist, das heute ‘ein klein wenig’ touristisch aufgepeppt ist, es stehen auch schon zwei Reisebusse auf dem Parkplatz. Trotzdem ein netter Ort mit toller Aussicht, bevor es hinab geht.

In der Ferne sehen wir eine riesiges Autobahnviadukt, da in etwa müssen wir lang. Die lange Abfahrt, praktisch ungebremst bis zur Autobahn ist phantastisch aber dann wird es abenteuerlich. Der Track führt uns auf eine gesperrte Straße, die wir dennoch hinabfahren, bis sie auf eine wegen Sanierung gesperrte Autobahnbrücke mündet, wie weiter? Bei genauer Inspektion der Gegend findet sich ein kleiner steiler Pfad, der zu einem Feldweg hinab führt, der die Autobahnbrücke unterquert – hoffentlich geht es da weiter. Und tatsächlich verläuft der Weg nun unterhalb der Autobahn auf Resten einer früheren Straße steil hinab und trifft einige Zeit später auf eine ‘normale’ Straße. Auf engen und steilen Kehren sausen wir hinunter in das immer enger werdende Tal, kommen an eine paar an den Berg geklebte Häuser vorbei, ziemlich spooky hier… Als wir den Talboden erreicht haben, bläst es uns wie aus einem Fön heiße Luft entgegen. Dann folgen ein paar hübsche Dörfer, ab und an Pilger, die vermutlich nicht ahnen, was da vor ihnen liegt. Insgesamt erinnert es uns an frühere Transalp-Erlebnisse.
Ein großes Schild weist auf die Provinzgrenze zwischen Galizien und Kastilien-Leon hin. Leicht bergab sind es noch ca. 10 Kilometer bis Villafranca del Bierzo. Hier haben wir ein wirklich originelles Hotelzimmer mit feiner Aussicht auf Burg und Berge.
58 Kilometer, 993 Höhenmeter, sollte so nicht zu oft wiederholt werden.