Von Portimão nach Vila do Bispo

Die Strecke bis Lagos (heißt nicht zufällig so wie die Hauptstadt von Nigeria, es waren die Portugiesen, die die Stadt zuerst ‘benannt’ haben, nach Lagos an der Algarve) fahren wir auf dem guten Seitenstreifen der Hauptverbindungsstraße, mit Rückenwind und ohne Steigungen kommen wir gut voran. Trotzdem ist es angenehm ruhig, als wir in einem Sumpfgebiet mit dutzenden Storchennestern von der Hauptstraße links abbiegen und auf einer ruhigen Nebenstraße am Meer entlang die letzten Km bis Lagos fahren. Dort halten wir uns nicht lange auf und fahren zu der eigentlichen Sehenswürdigkeit, der Ponta da Piedade. Die Felsformationen sind das Highlight der Algarve.

Weiter geht es nach Burgau, einem beschaulichen Dörfchen, ans Steilufer geklebt. Dort sind wir auf einer gemütlichen kleinen Veranda für einen leckeren Snack eingekehrt. Nun sind es nur noch 17 Km zum Tagesziel, aber weit gefehlt, jetzt gibt es richtig Stress. Nach kurzer überaus reizvoller Strecke (hier mal ein Video)

sind wir vor die Wahl gestellt, einen sandigen steilen Pfad hoch zu schieben oder auf der Straße mit beschilderten 20% Steigung weiter zu fahren, die Straße macht den Stich, zumindest ich kann die Steigung noch fahren .

Und es geht munter so weiter, nach dem nächsten Fischerdorf gibt es keine Wahl mehr, nur 20% hinauf. Später führt der EuroVelo 1 dann noch auf Feldwegen durch eine Kuhherde

und weitere Schikanen, bis wir endlich die Hauptstraße erreichen und es nur noch einen Km fast schon gemütlich bergauf geht nach Vila do Bispo, wo wir in die erste offene Kneipe stolpern und erst mal ein, zwei, drei Bier zischen, es sind dann nur noch 500 m zu unserem Ferienhaus, einer besseren Schuhschachtel, aber sehr hübsch und modern eingerichtet und – es gibt eine Heizung! Zum Abendessen gibt es Entenmuscheln, sehr lecker, sofern man gelernt hat, die Dinger zu knacken. 60 Km mit 760 Höhenmetern, das ging der Gattin ein wenig an die Substanz, weswegen wir morgen einen Tag Pause einlegen und nur 30 Km Radfahren 😉

Von Albufeira nach Portimão

Man muss es jetzt doch mal aussprechen, praktisch alle Ansiedlungen an der Küste der Algarve sind mit Hotelanlagen und Feriensiedlungen zur gesichtslosen Katalogware geworden. Und es wird überall noch mehr gebaut, gestylt wie die Hamburger Hafencity, immerhin mehr Glas als die Betonbunker der 60er Jahre. Erst ein paar Kilometer hinter der Küste beruhigt sich der Bauwahn und es gibt schöne Gärten und manchmal sogar original Natur. Die Uferpromenaden sind fest in der Hand der (meist englischen) Touristen und wir kommen uns schon etwas blöd vor, da durch zu fahren, aber das GPS kennt da keinen Schmerz.

Der westliche Teil der Algarve ist von Klippen und Steilküste mit vielen Buchten und Höhlen geprägt. Das beschert uns nicht nur spektakuläre Ausblicke sondern ebenso steile Straßen, zum Glück sind sie aber hier meist befestigt und Schotter wird zur Ausnahme. In dem kleinen Ort Carvoeira sehr guten Kaffee und Kuchen bekommen!

In Portimão haben wir ein fürstliches Zimmer, leider an einer befahrenen Straße, aber die Nächte sind noch so kalt, dass das Fenster auch deswegen gerne zu bleibt. Heute waren wir beim Inder essen und wurden sehr nett bedient, da wir fast die einzigen Gäste waren, völliges Unverständnis darüber, wie man Urlaub mit dem Fahrrad machen kann 😉
45 Kilometer mit 520 Höhenmetern und auch mal ein paar Schritte gewandert.

Von Faro nach Albufeira

Frühstück gab es in einem kleinen Café an einem Platz mit Blick auf ein verspieltes altes Gebäude auf dem sich zwei Storchenpaare ein Nest gebaut hatten. Gelegentlich klapperte es nett von oben herunter, zeitweise war es aber auch zum fremdschämen.
Bevor wir Faro verlassen, schauen wir uns ein wenig in der Altstadt um und besuchen die berühmte Knochenkapelle, eine etwas makabere Angelegenheit.

Durch die Glasscherbenviertel von Faro ging es hinaus Richtung Flughafen, den wir auf fast voller Länge entlang des Zauns umfahren mussten, um dann die Fahrt entlang der Einflugschneise fortzusetzen (geil für Flugzeugfans). Landschaftlich war es aber sehr schön, zwischen blühenden Akazienbüschen und stattlichen Pinien hindurch

Nun führt der Weg gefühlt 10 Km entlang gigantischer Golfplätze und hochpreisigen Resorts, wie überhaupt die Algarve bisher das Preisniveau von München locker erreicht, manchmal auch das von Sylt. Die Wasserknappheit kann also so arg nicht sein oder die Golfplatzbetreiber haben uns verborgen gebliebene Quellen?
Auch heute wechselt der Untergrund des EuroVelo 1 häufig zwischen perfekt und elendig, das kostet auch ganz schön Kraft, Sand, Schlaglöcher und Matsch, aber dafür ein wenig Rückenwind.
Nach dem leckeren, aber gar nicht üppigen Mittagessen in einem noblen Strandrestaurant kommen wir wieder mal durch touristisch maximal verbautes Siedlungsgebiet, zwar mit schöner Strandpromenade, aber dahinter magst nicht umsonst begraben sein. Aber wir finden ein Café am Strand mit live DJane und lassen uns die Sonne auf den Pelz scheinen. Es sind nur noch 15 Km bis Albufeira, die allerdings eine ziemliche Mühsal werden, da es hier keine ebene Straßenstücke mehr gibt, nur noch rauf, runter, rauf, runter. Die Steilküste soll hier sehr schön sein, aber es ist eine Herausforderung zwischen all den Hotelanlagen und Robinson Clubs einen öffentlichen Zugang zu finden. Die Mühe hat sich aber gelohnt!

In Albufeira lassen wir uns dummerweise von Google zu unserer Unterkunft lotsen – immer direttissima, durch die Fußgängerzone und so steil, dass wir endgültig schieben müssen. Unser riesiges Apartment belohnt uns dafür mit einem weiten Blick auf’s Meer. Heute 52 Km statt der von Google versprochenen 41, selber schuld wer da drauf rein fällt.

Von Ayamonte nach Faro

Der Tag beginnt mit einem Frühstück an einem entzückenden kleinen Platz in Ayamonte

Die Überfahrt nach Villa San Real (Portugal) mit einer kleinen Fähre über den Fluss Guadiana ist zwar leider schnell vorbei, allerdings gewinnen wir dabei einen ganze Stunde, die wir aber heute sehr brauchen werden.

Der Radweg EuroVelo 1 ist jetzt in Portugal überwiegend sehr gut mit Schildern markiert. Am Anfang verläuft die Route weitgehend durch Siedlungen mit vielen kleinen Häuschen, in der Masse eher abschreckend, nebst Campingplätzen und Hotelburgen. Die Sonne hat sich hinter dichtem Nebel versteckt. Aber es wird besser, sobald wir durch Wälder und wirklich blühende (und duftende) Landschaften kommen. Meist fahren wir auf Sandwegen und Nebenstraßen, die zwar schon bessere Zeiten gesehen haben, dafür fährt aber auch sonst niemand, der das Gezwitscher der Vögel stört. Nach 30 Km erreichen wir das Städtchen Tavira mit einer lebendigen Altstadt, in der viele Häuser hübsch gekachelte Fassaden haben, einer römischen Brücke und feinen Lokalitäten. Auffallend, dass der Ort ein indischer Hotspot zu sein scheint (Goa war 450 Jahre portugiesische Kolonie, wer weiß, wie das zusammenhängt…)

Der weitere, meist gut gepflegte und sehr schöne Weg verläuft durch die Salinen bzw. Salzwiesen, sehr entspannt. Wir machen nochmal Pause an einem perfekten Sandstrand, stärken uns mit portugiesischem Naschwerk um die letzten 10-15 Km bis nach Faro zu schaffen.

An manchen Stellen des Wegs gibt es aber kapitale Aussetzer, z.B. als der neu gebaute (und daher im GPS Track noch nicht verzeichnete) Weg unvermittelt im Schlamm endet oder gar so verbarrikadiert ist, dass man umkehren muss und sich plötzlich auf einer 4-spurigen Schnellstraße mit Mittelteiler wiederfindet. Es bleibt nichts anderes übrig, als auf dem Randstreifen ein paar Km als Geisterradler sein Leben zu riskieren, um dem Etappenziel Faro näher zu kommen. Aber es regt sich niemand auf, passiert ja jedem, der den EuroVelo 1 (‘Developed Route’) längs kommt. Die Fahrt durch die Außenbezirke von Faro ist kein Vergnügen, im portugiesischen Alltagsverkehr ist der Radfahrende nicht wirklich vorgesehen.

Unsere Unterkunft in einem Altbau vergangener Jahrhunderte ist originell, nur die Unterbringung der Fahrräder schwierig und erst nach Beratschlagung mit der Crew des Restaurants im gleichen Haus einigermaßen gesichert. Mit 71 Km Strecke, 360 Höhenmetern, 5 Stunden im Sattel und fast einem Sonnenbrand war der Tag beinahe ein wenig anstrengend.

Von Huelva nach Ayamonte

Wir lernen den EuroVelo 1 ‘Atlantic Coast’ Radweg kennen. Der Weg führt zunächst durch die Salzwiesen und bald in einen sehr hübschen Pinienwald. Zwischendurch kommen wir an ausgedehnten Orangenplantagen vorbei, von denen eine gerade abgeerntet wird. Später fahren wir an Plastikplanen-Behausungen vorbei, die sich auch in einen Slum in Kalkutta gut intergiert hätten. Wollen die Arbeiter das, um Lohn zu sparen oder müssen sie? Unklar…

Auch treffen wir einen anderen Radler aus Deutschland der von Rabbat nach Lissabon unterwegs ist. Er möchte ein wenig mit uns mitfahren, stellt aber fest, seine Ohrstöpsel verloren zu haben und muss umdrehen um sie (erfolgreich) zu suchen. Der Weg wird dann ein wenig sandig und dann noch etwas sandiger. Zum Glück treffen wir auf einen Bewässerungskanal, den seitlich eine ordentliche Straße säumt, so kommen wir aus dem Wald heraus in das nette Cataya für einen kleinen Snack. Danach folgt der Weg einem alten Bahngleis und die spanischen Tiefbauingenieure scheinen sich noch nicht einig zu sein, ob es reicht, Gleise und Schwellen zu entfernen oder ob man noch ein Schicht Sand über den Gleisschotter schütten sollte, um einen möglichst ungeeigneten Radweg zu bauen. Noch bevor diese Diskussion entschieden ist (oder sollten wir doch noch ein paar Matschkulen ergänzen?), endet der offizielle Weg (‘Via Verde’) an einer alten Brücke, deren Benutzung mit verschweißten Gittern vereitelt wurde, solange bis jemand einen Teil des Gitters aufgezwickt hat, um das Überqueren der Brücke auf schon ziemlich durchgerosteten Metallplatten mit wenig Geländer doch wieder zu ermöglichen.

Die Route hier ist auf der offiziellen Website mit ‘in Entwicklung’ gekennzeichnet – was Euphemismus wohl auf Spanisch heißt? Es wird nicht wirklich besser, wir weichen irgendwann auf die Straße aus und stellen erstaunt fest, dass es auf diesen einen mindestens einen Meter breiten Seitenstreifen gibt und die Autos zusätzlich sehr respektvoll Abstand halten.
Bald zweigen wir Richtung Strand ab und kommen durch die Isla Christina, die um diese Jahreszeit noch einen ziemlich öden und ausgestorbenen Eindruck macht, aber das Strandcafé war Spitze! Nun sind es noch gut 10 Kilometer schnurgeradeaus, durch ein Naturschutzgebiet mit zahlreichen Flamingos, bis Ayamonte, der letzten Stadt vor der portugiesischen Grenze auf der anderen Seite des Guadiana.

Dort haben wir das Glück, ein tolles Appartement mit noch tollerer Dachterrasse gebucht zu haben – nach 62 Kilometer mit viel Sand und Schotter eine schöne Belohnung.

Der Blick hinüber nach Portugal

Huelva, zwischen Sümpfen und Salzwiesen

Schon auf der Zugfahrt viele Kilometer vor dem Ziel fiel auf, dass das Tal des Rio Tinto eine einzige Sumpflandschaft ist, vielleicht auch aufgrund der Regenfälle der vergangenen Tage? Besonders pittoresk, dass auf jedem (!) Mast der zahlreichen Stromleitungen ein Storchenpaar nistet und ein Elternvogel die Stellung stehend hält, während der andere brütet oder auf Futtersuche ist, jedenfalls nicht zu sehen ist.

Huelva selbst ist nicht mit Sehenswürdigkeiten gesegnet, hat aber etliche sehr hübsche Häuser mit gekachelten Fassaden und scheint sonst eine ganz normale spanische Kleinstadt zu sein. Sofort ins Auge fällt aber die weiträumige Sperrung der Innenstadt für private KFZ, niveaugleiche Straßenpflasterung und Null Parkplätze an den Straßen, aber große ausgewiesene Sammelparkplätze außerhalb der Sperrzone. Entspanntes Flanieren, wohltuende Ruhe und ein breites Angebot kleiner Läden, aber keine der üblichen Modeketten. Man möchte manche Münchner Referatsabteilungen hierher gerudelt in den Zwangsurlaub schicken…

Auf einem etwas schmalen, aber hübsch am Ufer angelegten Zweirichtungsradweg fahren wir gestern Nachmittag entlang der Mündung des Rio Tinto aus der Stadt heraus bis zu einer großen Statue, die vor 100 Jahren zu Ehren von Kolumbus und seinen Kollegen von den USA gestiftet wurde. Erster Feindkontakt mit völlig verzogenem Kläffer. Die Einsatzpläne für die Verteidigung sind noch in der Erprobung, zwischen Hupe und Pfefferspray fehlt noch ein milderes Mittel als letzte Warnung (vielleicht eine Wasserpistole mit Essig?).

Heute sind wir in das Naturschutzgebiet Marismas de Odiel geradelt, zwischen der Rio Tinto Mündung und dem Atlantik vor den Toren der Stadt gelegen. Hier halten sich zahlreiche Wasservögel auf, darunter viele Flamingos, ein paar Seeadler, Löffelreiher, und, und, und. Gleichzeitig wird hier in Salinen großflächig Salz gewonnen. Und auf der anderen Seite des Rio Tinto ist immer die ausufernde Ölindustrie im Bild.

Dennoch eine schöne Tour durch viele Blumen und leckeren Queller, der für die Brotzeit hervorragend zu den Tomaten passt.

Nach 20 Km Fahrt kommen wir an einen menschenleeren und endlosen Strand. Da ist er, der Atlantik, der uns jetzt ein paar Tausend Kilometer nicht mehr aus dem Blick geraten sollte.

Wegen der vielen Muscheln wäre es viel zu gefährlich, baden zu gehen 😉 außerdem liegen auf dem Meer viele Öltanker, da besteht doch der Verdacht, dass das Meer nicht nur aus Wasser ist. Auf dem Rückweg genießen wir den Rückenwind, dessen Unterstützung wir uns auf dem Hinweg erarbeitet haben. Die erste nennenswerte Strecke von 45 Km ist geschafft und am Ende scheine ich mich für die nächste Runde qualifiziert zu haben. Morgen wollen wir die erste Etappe bis Ayamonte fahren, die uns unserem Ziel ein gutes Prozent näher bringen soll.

Weiter mit dem Zug nach Huelva

Einerseits – man soll sich ja schonen nach einer Covid Infektion und der Wunsch der Gattin war sowieso, die Tour mit dem Rad nicht durch die Industrie-Vororte Sevillas zu beginnen sondern lieber ein Stück mit dem Zug zu fahren. Es gibt einen direkten Zug nach Westen bis Huelva, Fahrräder kosten je 3 € und müssen bei der Buchung angemeldet werden (das geht natürlich online, wir sind ja nicht mehr in Deutschland).

Andererseits – kleiner Exkurs über das Bahnfahren in Andalusien – gibt es da meine Erinnerungen an die Zeit der lila Latzhosen, Ende der 70er. Es geht um Chris de Burgh, dessen Schnulzensammlung nach meinem heutigen Geschmack von Irland bis nach Gibraltar reicht, wären da nicht auch ein paar große vertonte Erzählungen dabei gewesen, die sich mir sehr eingeprägt haben. Und ‘Spanish Train‘ ist so eine Geschichte über einen nächtlichen Geisterzug zwischen ‘Guadalquivir and old Seville’.
Naja, wir werden vormittags fahren, da droht wohl keine Gefahr.

Für die, die sich in die Geschichte hinein begeben wollen; ich finde, sie hat durchaus einen aktuellen Bezug: Kann es sein, dass auch heute noch die Rechtschaffenen die Dummen sind und von den (Noch-nicht-) Potentaten der Welt über den Tisch gezogen werden?

Ein Tag Freigang auf Bewährung

Unter drei Bedingungen wurde mir ein Tag Freigang in Aussicht gestellt:

1. Kein Fieber
2. Ein negativer Covid Schnelltest
3. Über die gefühlte Gesundsheit wahrheitsgemäß Auskunft zu erteilen (‘tell the truth, the whole truth and nothing but the truth’)

Punkt 2 wurde nur bestanden, weil das Sehvermögens der Wärterin schon etwas nachgelassen hat.

Da war der Weg frei für einen Café con leche (im Café statt im Bett)

Es war endlich rundweg schönes Wetter und sogar mittags ein bisschen warm. Für den Tag gab es zwei Ziele, erstens das Päckchen mit den Fahrradtaschen nach hause zu schicken und zweitens einen (weiteren) Besuch im Alcázar, den wir tags zuvor für 12:30 gebucht hatten (da sind nämlich alle Reisegruppen beim Mittagessen). Am Ende des Tages haben wir 3 Stunden im Alcázar verbracht (wunderschön bei Sonnenschein!) und 5 Stunden mit dem Versand des Päckchens. Eine Odyssee in Stichworten

  • Der von Google empfohlene DHL Shop nimmt nur Express Pakete an, ca. 100€
  • Der nächst weitere Paketshop von UPS existiert nur in Google
  • Der noch weitere Paketshop nimmt Pakete nur an, wenn sie bereits bezahlt und gelabelt sind, Drucker haben sie nicht
  • Die UPS Webseite bietet den Versand für 20€, sogar mit Abholung im Hotel, verlangt aber eine spanische Steueridentifikationsnummer für Sender und Empfänger (!) und die wird auch noch auf Plausibilität geprüft ;-(
  • Die UPS Hotline ist nur auf Spanisch und legt dann einfach auf
  • DHL bietet den Paketversand für 30€ auch ohne Steuernummer, das Hotel druckt uns das Label und hilft uns mit Gewebeband aus, das völlig unterdimensionierte Paket zu bändigen.(da war nämlich plötzlich mehr drin, als geplant)
  • Der Paketshop nimmt das Paket an und wir hauen schnell ab, bevor jemandem was einfällt, warum es leider doch nicht möglich ist (zu schwer, zu groß, keine Zollerklärung, …)

Sevilla – über die Parallelen zu Pamplona

Weltberühmt oder berüchtigt ist Pamplona wegen der Anfang Juli stattfindenden Sanfermines, die Feierlichkeiten zu Ehren von San Fermin. Zentraler Aufreger ist die Hatz der Stiere und Ochsen durch die engen Altstattgassen. Sicher nicht ‘Tierwohl’ gelabelt.
Sevilla aber setzt noch eins drauf – die Veranstaltung wird ganzjährig nicht mit ein paar Stieren, sondern mit tausenden, ahnungslosen, oft ost-asiatischen Touristen durchgeführt. Hinter jeder Hausecke lauert die Gefahr: Taucht ein erhobener Regenschirm auf, heißt es schleunigst Deckung zu suchen. Ist kein Entkommen mehr möglich, schwappt oder stolpert tsunamigleich eine Welle meist stoisch auf das rote Tuch (=> Handy) fixierte Schar von 30-40 Reisegruppenteilnehmern an den Hauswänden hoch und über einen herein. Manche haben schon meinen Vorderreifen zwischen den Beinen, bis sie merken, dass es da so nicht weitergeht (um sie nicht zu reizen, habe ich auch nicht gehupt!). Stehen bleiben, um sich mal umzuschauen, ist auch keine Option, denn der nächste erhobene Regenschirm drückt schon von hinten nach. Da sollte PETA mal ein Auge drauf werfen, denn der Homo Touristicus gehört zweifelsfrei zu den Säugetieren, auch wenn er meist nicht verzehrt, sondern nur zur Erzielung von steigendem BIP gehalten wird.

Sevilla – in der Altstadt nur zu Fuß

Die Absichten waren sicher andere, als die mittelalterlichen Stadtplaner die Grundstücke mit Gassen und Gässchen zur Erschließung planten, aber heute sorgt die gebaute Enge für eine natürliche Filterung des Verkehrs: FußgängerInnen passen meistens durch (wenn auch nicht immer gleichzeitig in Gegenrichtung), Fahrräder kann man schieben, lässt sie aber besser irgendwo stehen, Autos laufen permanent Gefahr stecken zu bleiben (weniger im Stau als zwischen den Wänden), die wenigen Anwohner, die ein solches besitzen, werden sehr genau nachgemessen haben, bevor sie sich das Fahrzeug zugelegt haben. Ein goldener Boden für die Hersteller von Rückspiegeln…

Um sich besser vorstellen zu können, wie die Feuerwehr im Falle eines Falles anrückt, habe ich mal eine Visualisierung mit der KI NightCafe ausprobiert, nicht schlecht, nur den Feuerlöscher, den ich gerne hinzufügen würde, will die KI partout nicht.

Nicht unerwähnt sei, dass Pferde auch sonst in erheblichen Maße zum nicht-motorisierten Individualverkehr beitragen (N-MIV).

Das spezielle Futter für die edlen Andalusier Pferde wird sehr aufwändig manuell geerntet.