Sevilla – über die Parallelen zu Pamplona

Weltberühmt oder berüchtigt ist Pamplona wegen der Anfang Juli stattfindenden Sanfermines, die Feierlichkeiten zu Ehren von San Fermin. Zentraler Aufreger ist die Hatz der Stiere und Ochsen durch die engen Altstattgassen. Sicher nicht ‘Tierwohl’ gelabelt.
Sevilla aber setzt noch eins drauf – die Veranstaltung wird ganzjährig nicht mit ein paar Stieren, sondern mit tausenden, ahnungslosen, oft ost-asiatischen Touristen durchgeführt. Hinter jeder Hausecke lauert die Gefahr: Taucht ein erhobener Regenschirm auf, heißt es schleunigst Deckung zu suchen. Ist kein Entkommen mehr möglich, schwappt oder stolpert tsunamigleich eine Welle meist stoisch auf das rote Tuch (=> Handy) fixierte Schar von 30-40 Reisegruppenteilnehmern an den Hauswänden hoch und über einen herein. Manche haben schon meinen Vorderreifen zwischen den Beinen, bis sie merken, dass es da so nicht weitergeht (um sie nicht zu reizen, habe ich auch nicht gehupt!). Stehen bleiben, um sich mal umzuschauen, ist auch keine Option, denn der nächste erhobene Regenschirm drückt schon von hinten nach. Da sollte PETA mal ein Auge drauf werfen, denn der Homo Touristicus gehört zweifelsfrei zu den Säugetieren, auch wenn er meist nicht verzehrt, sondern nur zur Erzielung von steigendem BIP gehalten wird.

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