Von Huelva nach Ayamonte

Wir lernen den EuroVelo 1 ‘Atlantic Coast’ Radweg kennen. Der Weg führt zunächst durch die Salzwiesen und bald in einen sehr hübschen Pinienwald. Zwischendurch kommen wir an ausgedehnten Orangenplantagen vorbei, von denen eine gerade abgeerntet wird. Später fahren wir an Plastikplanen-Behausungen vorbei, die sich auch in einen Slum in Kalkutta gut intergiert hätten. Wollen die Arbeiter das, um Lohn zu sparen oder müssen sie? Unklar…

Auch treffen wir einen anderen Radler aus Deutschland der von Rabbat nach Lissabon unterwegs ist. Er möchte ein wenig mit uns mitfahren, stellt aber fest, seine Ohrstöpsel verloren zu haben und muss umdrehen um sie (erfolgreich) zu suchen. Der Weg wird dann ein wenig sandig und dann noch etwas sandiger. Zum Glück treffen wir auf einen Bewässerungskanal, den seitlich eine ordentliche Straße säumt, so kommen wir aus dem Wald heraus in das nette Cataya für einen kleinen Snack. Danach folgt der Weg einem alten Bahngleis und die spanischen Tiefbauingenieure scheinen sich noch nicht einig zu sein, ob es reicht, Gleise und Schwellen zu entfernen oder ob man noch ein Schicht Sand über den Gleisschotter schütten sollte, um einen möglichst ungeeigneten Radweg zu bauen. Noch bevor diese Diskussion entschieden ist (oder sollten wir doch noch ein paar Matschkulen ergänzen?), endet der offizielle Weg (‘Via Verde’) an einer alten Brücke, deren Benutzung mit verschweißten Gittern vereitelt wurde, solange bis jemand einen Teil des Gitters aufgezwickt hat, um das Überqueren der Brücke auf schon ziemlich durchgerosteten Metallplatten mit wenig Geländer doch wieder zu ermöglichen.

Die Route hier ist auf der offiziellen Website mit ‘in Entwicklung’ gekennzeichnet – was Euphemismus wohl auf Spanisch heißt? Es wird nicht wirklich besser, wir weichen irgendwann auf die Straße aus und stellen erstaunt fest, dass es auf diesen einen mindestens einen Meter breiten Seitenstreifen gibt und die Autos zusätzlich sehr respektvoll Abstand halten.
Bald zweigen wir Richtung Strand ab und kommen durch die Isla Christina, die um diese Jahreszeit noch einen ziemlich öden und ausgestorbenen Eindruck macht, aber das Strandcafé war Spitze! Nun sind es noch gut 10 Kilometer schnurgeradeaus, durch ein Naturschutzgebiet mit zahlreichen Flamingos, bis Ayamonte, der letzten Stadt vor der portugiesischen Grenze auf der anderen Seite des Guadiana.

Dort haben wir das Glück, ein tolles Appartement mit noch tollerer Dachterrasse gebucht zu haben – nach 62 Kilometer mit viel Sand und Schotter eine schöne Belohnung.

Der Blick hinüber nach Portugal

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert