Alles ist feucht, 15 m vom Hotelzimmer zur Brandung ist zu nah. Da aber sowieso alles in die Wäsche muss, macht es auch nichts wenn alles feucht ist.
Der Tag verspricht sonnig zu werden, als wir losfahren gibt es erste Wolkenlücken und es bleibt bei leichtem Rückenwind. Das besondere an der Etappe heute sind endlos lange aufgeständerte Holzwege, über die der EuroVelo führt, um die Dünen zu schonen. Schlaglöcher ausgeschlossen, dafür fehlt hie und da mal ein Brett. Solange keine Fußgänger unterwegs sind, fährt es sich sehr angenehm, leise klappernd, durch die Dünen.


Als wir die Vororte von Porto erreichen geht es teilweise auf herrschaftlichen Radwegen entlang, ansonsten wechseln sich Wohnstraßen mit Ferienanlagen ab, das meiste davon schon etwas abgegammelt. Endlose, feinsandige Strände. Nach 35 Kilometern erreichen wir die Mündung des Rio Douro und fahren nun flussaufwärts gen Porto, das sich schon mit Hochhaussiedlungen und einer großen Autobahnbrücke abzeichnet. Weiter stadteinwärts wird es zu einer imposanten Kulisse von Palästen und handtuchschmalen 4-6 stöckigen Häuschen am Flussufer, die an den Hang geklebt scheinen. Alles wird dominiert von der berühmten 60 m hohen Brücke Ponta Dom Luiz I, die sehr an die Konstruktion des Eiffelturms erinnert, aber nicht von Eiffel selbst sondern einem seiner Schüler 1881-1886 erbaut wurde.



Am Fuße der Brücke kehren wir ein und es gibt eine lokale Spezialität, Franceshina, eine Art Hamburger in Soße getränkt und beim Servieren noch mal von der Bedienung nachbegossen – nur mit Besteck zu essen.
Unser Hotel, wieder ein antikes Haus, liegt in der Fußgängerzone, wir haben (zufällig?) das größte Zimmer gebucht und können sogar die Fahrräder mit in den ersten Stock nehmen. Google verspricht in 150 m Entfernung einen Waschsalon, gerettet!
