Adeus Portugal

Heute haben wir den 1000. Kilometer geradelt und den EuroVelo 1 verlassen, da er nur bis zur spanischen Grenze geht, Hurra. Davor haben wir aber noch einen Nachschlag an Unverschämtheit bekommen; man kann Radwege auch aus unbehauenen Natursteinen bauen, so wie wir das auf Transalp Routen erlebt haben, die für den Materialtransport im 1. Weltkrieg in den Berg geschlagen wurden. Nun aber sind wir erlöst und fahren auf einem perfekt angelegten Radstreifen entlang der Landstraße. Zuvor aber gab es noch ein kleines Abenteuer beim Grenzübertritt, der eine Überfahrt über den Rio Miño war. Als wir den letzten schlammigen Waldweg verlassen, landen wir direkt in den Armen von zwei geschäftstüchtigen Hasardeuren, die am Ufer ihre Nussschale liegen haben und uns anbieten, für 14 € hinüberzusetzen. Einerseits passt uns das sehr gut, denn die ‘Fähre’ (auch nur ein Wassertaxi) hätten wir knapp verpasst, andererseits macht uns das Boot und die Art und Weise des Angebots doch etwas skeptisch. Nachdem die Fahrräder in das Boot gehievt sind, fahren wir nur ein paar Minuten und werden dann mit etwas Schwung auf einem Sandstrand angelandet. Mit dem Hinweis, dass da bald ein Straße wäre, verabschieden sich die Bootsmänner eilig und fahren zurück, denn ihr eigentliches Klientel sind natürlich die Pilger, von denen sie keinen verpassen möchten. Wir schieben die Räder über den Strand und finden einen Holzweg und dank GPS + Karten auch einen Straßenanschluss. Wäre es nicht eine innereuropäische Grenze, illegaler und verwegener wäre die Einreise höchstens noch in der Nacht gewesen.

Der Weg entlang der galizischen Steilküste ist spektakulär, denn der Atlantik tobt sich hier immer noch aus, als wäre ein Orkan vorbei gezogen, dabei weht nur (zu unserer großen Freude) weiterhin ein Wind aus Süden mit vielleicht 30 km/h. Wir überholen zahlreiche Pilger, die oft entlang der Straße gehen müssen. Zu Mittag erreichen wir das Dorf Oia und kehren in das einzige Restaurant ein um einen leckeren Salat zu essen. Unsere Frühstückssemmel heben wir für den nächsten Stop auf. Erstaunlicherweise regnet es die ganze Strecke nicht, obwohl noch vor kurzem katastrophales Wetter vorhergesagt war. Die absolut besten Brecher sehen wir kurz bevor die Straße rechts abbiegt, in die Bucht von Vigo und es nur noch ein paar Kilometer bis zu unserem Ziel, Baiona, sind. 54 Kilometer, 450 Höhenmeter, perfekter Rückenwind.

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