León, nur zu Fuß

Derweil die Fahrräder den ganzen Tag im Wellnessbereich des Hotels ausruhen dürfen, ist das Programm der Gattin ausnahmsweise nur halbtagesfüllend. Wir beginnen den Tag spät mit dem Frühstück, das uns immer noch vor kulturelle Herausforderungen stellt. Nie weiß man, was zum Kaffee gereicht wird und was extra bestellt werden muss. Diesmal werden wir nach unseren Wünschen befragt und bekommen dann ein Stück Tortilla (ungefragt), ein Brot mit Quacamole sowie eines mit Frischkäse und Walnüssen. Schlussendlich bezahlen wir 10 € für 3 Kaffee und 2 frisch gepresste Orangensäfte und gehen gut gefüllt in den Tag. Super günstig, verglichen mit den Raciones gestern (Ein Schälchen gekochte Champignonschnipsel, 9,5 €). Da stimmt doch was nicht…
Erster Programmpunkt ist das von Gaudi entworfene Casa Botines, das nach über 100 Jahren als Geschäfts- und Wohnhaus nun ein Museum ist, leider gerade in Restauration, aber dennoch geöffnet. Gaudi war wirklich ein genialer Architekt aber was ihm heute alles an konzeptioneller Absicht unterstellt wird, da habe ich doch meine Zweifel. Zitat: ‘Der Grundriss des Hauses ist ein Trapez, was sich im Sternbild Drache, Großer Bär, Kleiner Bär… wiederfindet’. Nun ja, 4 Sterne bilden immer ein Trapez, außer sie liegen auf einer Geraden…
Es gibt noch Reste der römischen Stadtmauer zu sehen und zu besteigen und dann natürlich die monumentale Kathedrale, deren Innenraum wir aus Protest nicht besichtigen, denn sogar von den Pilgern wird happiger Eintritt verlangt. Weiter schauen wir ein ehemaliges Kloster (San Marcos) von außen an, jetzt ein Parador, also ein staatlich geführtes Luxushotel. Einen schönen Ausklang findet der Stadtrundgang mit einem Martini/Negroni auf der Plaza Mayor in der Abendsonne bevor es durch enge Gässchen mit vielen hübschen Häuschen zurück ins Hotel geht.

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