Immer an der (Kanal-) Wand entlang nach Toulouse

Heute Nacht hat das Wetter beschlossen, es war jetzt zwei Tage schön, das reicht erstmal. Wir brechen früh auf, denn der Weg nach Toulouse ist weit und man weiß ja nie, was unterwegs an Hürden aufgestellt wird. Für ein Frühstück am Marktplatz reicht es aber doch, erstaunlicherweise ist hier am Sonntag Markttag und richtig viel Betrieb. Am Kanal zeigt sich, dass heute die Qualität des Untergrunds sehr gut ist und auch kein Wind weht. Da ja immer mindestens eine Erschwernis zum Tragen kommt, muss es heute der Regen sein, denn die Etappe ist absolut flach. So beginnt es also mehr als 1 Stunde vor der angekündigten Zeit zu regnen und zwar zunehmend heftig, so dass auch die Kanalplatanen keinen Schutz mehr bieten und wir die Regensachen anziehen müssen. Unterwegs kommen wir an einer merkwürdigen Schleusenvariante vorbei: Auf einer schiefen Ebene wurden die Schiffe in einer Art Badewanne von zwei gummibereiften Lokomotiven hinaufgezogen oder hinabgelassen, eine im wahrsten Sinne des Wortes ‘schräge’ Konstruktion, aber scheinbar nicht so genial, wie sie aussieht, denn nebenan wurden mehrere normale Schleusen gebaut, die aktuell die Schiffe bedienen.

Trotz Regen (oder gerade weil bei Regen niemand im Weg ist) kommen wir zügig voran und noch weit vor Mittag machen wir nach 35 Km bei einem Crèpe Halbzeitpause, es hat sogar für heute aufgehört zu regnen. Nochmal 10 Km und wir lassen uns auf einem Mäuerchen an einer der zahlreichen Schleusen nieder (Sitzbänke wurden für uns schon wieder nicht aufgestellt) und essen unsere Brotzeit. Viel zu früh kommen wir in Toulouse an, mit einem Schnitt von über 19 Km/h bei fast 70 Kilometern und unser Zimmer im Hotel ‘Grand Balcon’ am zentralen Platz ‘Le Capitole’ ist noch nicht bezugsfertig…
Die Altstadt von Toulouse ist, anders als Bordeaux mit seinen Kalk- und Sandsteinhäusern, sehr Backstein-lastig und besticht durch besonders hübsche Balkongeländer. Das Jakobiner-Koster und die Kathedrale St. Sernin sind monumentale Sakralbauten und haben markante 8-eckige Kirchtürme. Ansonsten gibt es in Toulouse keine reinen Fußgängerzonen sondern mehr ‘shared space’ Straßen, die daran kranken, dass ständig Mopeds hindurchbrausen, leider keine elektrischen wie sie in Spanien mittlerweile Standard sind. Seit Wochen wollten wir mal einfach nur eine Pizza essen, hier klappt es endlich, bei einem fancy Italiener.

69 Km, 105 Hm, ideal am Kanal

Tauben am Kanal in Toulouse, evolutionär am Höhepunkt der totalen Verblödung angelangt

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