Das späte Frühstück in La Bonne Planque an der Schleuse war sehr nett und nahrhaft, aber um 10 mussten wir dann doch hinaus in den Dauerregen. Gestern haben wir das Departement Haute Garonne verlassen und fahren nun durch Aude, das merkt man daran, dass der Belag des Radwegs von Asphalt auf Schotter gewechselt hat und auch für Hinweisschilder fehlt das Geld in dieser armen Gegend. Bei Regen bilden sich auf diesen Wegen erst Pfützen, dann zusammenhängende Pfützen und schließlich eine durchgehende Seenplatte, die vom eigentlichen Kanal kaum zu unterscheiden ist, außer, dass es meist nur knöcheltief ist. Prekär wird es dort, wo versucht wurde die Pfützen durch eine Schicht Sand zu kaschieren, denn da entsteht feinster Matsch, der für Pferde sicher hufschonend ist, für Radfahrer aber kräftezehrend und nervtötend. Je näher wir Carcassonne kommen, umso absurder wird der Radweg, zum Schluss schieben wir auf dem schmalen, mittlerweile Trampelpfad durch den Schlamm auf der Suche nach einer Straße. Selbst bei trockenem Wetter wäre dieser Weg unzumutbar, denn bei Gegenverkehr käme man nicht aneinander vorbei, ohne dass einer von beiden in den Kanal fällt.





Den Wetterbericht im Sinn, hatten wir nur eine kurze Etappe geplant und so sind wir in drei Stunden schon am Ziel, nach einer kurzen Rast in einer Regenpause, aber so eingesaut, dass man sich kaum in eine Gaststätte wagt. Das Bistrot unserer Wahl lässt uns aber rein und sogar die Räder dürfen wir unter die Markise stellen. Drinnen ‘arbeiten’ eine Handvoll junger Burschen und man fragt sich, ob das vielleicht eine soziale Einrichtung für Arbeitslose sein könnte, jedenfalls sind die Jungs sehr mit sich und ihren Kumpels beschäftigt, die zahlreich vorbeischauen. Zwischendurch bekommen wir aber auch etwas zu essen und dürfen bleiben, bis um 3 das Licht ausgemacht wird. Nach dem Einkauf für das Abendessen gehen wir zum großen Springbrunnen auf dem Platz und säubern unsere Packtaschen, Körbe und Fahrräder mit dem Brunnenwasser ziemlich gut, den Rest erledigt dann die Dusche und die Waschmaschine in unserem Appartement. Das liegt auf der anderen Seite des Flusses Aude unmittelbar unter der historischen Altstadt, für die Carcassonne so berühmt ist. Von unserem Balkon haben wir direkten Blick auf die Türme und Zinnen, wo sich – hoppala – eine Seiltänzerin entlang hangelt. Wie man sieht, scheint sogar wieder die Sonne.



45 Km, ein Schlammbad
Das Video wurde exklusiv für das französische Ministerium für Tourismus erstellt, kann aber von jedem anderen kostenlos heruntergeladen werden 😉
