Von Béziers ans Mittelmeer nach Sète

Von Béziers haben wir nicht viel gesehen, außer einer kleinen netten Bar für den Morgenkaffee und gegenüber ein kleiner Markt, auf dem wir uns für die Brotzeit mit eben diesem und Käse versorgen konnten. Der Weg von Béziers nach Agde war wieder eine bunte Mischung aus frisch asphaltiert und Schlammkulen, nach deren Durchquerung die Räder einige 100m brauchten, bis sie sich aus dem Matsch im Schutzblech befreit hatten. Einige leicht vergammelte Freizeitparks längs des Kanals deuten die Nähe zur Ferienregion am Mittelmeer schon an, auch kommt man öfters an Verleihstationen für die Kanalboote vorbei, hunderte Boote und riesige Parkplätze lassen erahnen, was hier im Sommer abgeht. Sonst aber nur Wein’berge’ und viele schöne Blumen am Weg.

Hinter Agde geht es wieder wild durchs Gelände, zum Glück jetzt weitgehend trocken. Eine schöne Stelle am Kanal wäre für die Mittagspause ideal, aber die ersten Mücken der Saison vertreiben uns Richtung Meer. Nun liegt wieder ein großer Abschnitt, die Radroute ‘Enter deux Mers’ hinter uns und das Mittelmeer vor uns. Das erreichen wir nach wenigen Kilometern und breiten unsere Brotzeit ungestört auf den Felsenbrocken am Strand aus. In Marseillan-Plage ist die touristische Infrastruktur nun maximal ausgebaut, eine Bar an der anderen und viele Andenken-, Krims und Krams-Läden. Nach dem Kaffee geht es auf die lange, schmale Gerade, nur für Fahrräder, zwischen Strand und dem Étang de Thau nach Sète, zwischendrin machen wir Halt und nehmen ein Sonnenbad (!) im Sand, hier noch ziemlich allein. Je näher wir Sète kommen, umso voller wird es auf dem Radweg, bis man fast absteigen muss, soviele Urlauber. Es ist immer wieder merkwürdig, dass sich die Menschen freiwillig am Meer so zusammenballen (jedenfalls nicht um zu schwimmen) verglichen mit der Einsamkeit im Landesinneren. Unser Appartement in Sète liegt direkt am Hafen, mit Blick auf den Fischmarkt und ist ganz schön teuer – kein Wunder, es ist das Pfingst-Wochenende und auch in Frankreich ist der Pfingstmontag Feiertag.

55 Km, 127 Hm, bis auf die Schlammkulen eine sehr entspannte Etappe

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