Von Sète nach Aigues-Mortes, zurück ins Mittelalter

Der Grand Crème in der Brasserie ‘Le Tabary’s’ war der beste bisher in Frankreich, die Milch perfekt aufgeschäumt in einem extra Kännchen. Derweil Susi sich einen zweiten gönnt, kaufe ich in der Markthalle Baguette, Käse und Tomaten für die Brotzeit ein. Der Käsestand ist eine einzige Verführung und diesmal wird es ein Roquefort cremeux und ein Bouyguette, aus Ziegen-Rohmilch, in Form eines Schiffchens und sensationell lecker (dem Duc de Bourgogne mindestens ebenbürtig).
Von Sète nach Aigues-Mortes gibt es einen längeren Anstieg auf den höchsten Punkt des Tages mit 14m über dem Meeresspiegel, das sollte machbar sein. Obwohl wir den ganzen Tag am Meer entlang fahren, sieht man es höchst selten, denn entweder liegt es hinter der Düne oder, wahrscheinlicher, hinter den Ferienhäusern. Dafür gibt es viele Sümpfe und Lagunen mit Flamingos und anderen Vögeln landeinwärts zu sehen.

Die Radwege sind in der sehr zersiedelten Gegend wieder landestypisch, oft schlecht und auf jeden Fall schikanös geführt. In Palavas-Le-Flots machen wir auf einer Bank am Strand Mittagspause und finden auch noch ein Café am Strand. Der weitere Weg verläuft weitgehend durch gesichtslose Feriensiedlungen, anders im quirligen nächsten Ort, La Grand Motte, wo zumindest architektonisch interessante Hotelanlagen errichtet wurden. In Le Grau-du-Roi ist es auch wieder sehr lebendig und wir leisten uns dort ein leckeres Eis, besichtigen den Strand und machen dann kehrt um landeinwärts (mit Rückenwind!) die letzten Kilometer nach Aigues-Mortes zu rollen.

Aigues-Mortes, hinter großen, rosafarbigen Salinen gelegen, hat eine wirklich beeindruckend große, vollkommen intakte und geschlossene mittelalterliche Stadtmauer, auf der wir, inklusive der Besichtigung einiger Türme, die Stadt umrunden. Die Häuser innerhalb der Mauern sind ziemlich eng verschachtelt und in einem davon ist unser Hotel, in dem wir ein Häuschen auf der Dachterrasse beziehen. Die Fahrräder kommen im Restaurant unter, das heute geschlossen hat. In einem der sehr zahlreichen anderen Restaurants bekommen wir eine Spezialität, Fleisch von freilaufenden Stieren aus der Camargue.

65 Km, 155 Hm, so ein blödes Gehoppel über Bordsteine, Wurzeln, Schlaglöcher… Kein Wunder, dass die französischen Autos so eine weiche Federung benötigen.

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