Von Hières-sur-Amby nach Saint-Genix-les-Villages

Von Patricia bekommen wir ein feines Frühstück serviert, mit frisch gepresstem Orangensaft und einer reich bestückten Käseplatte. Da wir unmöglich mehr als 10% des Aufgetischten verputzen können, dürfen wir uns das restliche Baguette belegen und dazu auch noch die Croissants mitnehmen – das spart den Weg zum Laden im Dorf und wir wären früh dran gewesen, wenn es nicht angefangen hätte zu regnen. Die Vorhersage stimmt aber optimistisch, dass es nicht lohnt, die Regensachen wieder auszupacken. Trotzdem werden wir in der ersten Stunde immer wieder mal leicht eingenässt, aber es ist so warm, dass man in den Regenjacken mehr schwitzen würde als man von außen nass wird. Die Route heute ist eine wilde Schlangenlinie erst entlang des Flusses im Tal, das zunehmend enger wird und von steilen Felswänden begrenzt wird. Der Wind frischt auf und bläst uns wieder mal ins Gesicht, dann klemmen sich zwei Rennradfahrer in unseren Windschatten und als wir nach etlichen Kilometern anhalten, um die weitere Route zu entscheiden, halten die beiden auch an, ein Schweizer Ehepaar, deutlich älter als wir und es entspinnt sich eine kleiner Plausch über woher und wohin. So erfahren wir auch, dass der Furkapass noch Wintersperre hat (was Susi ganz und gar nicht schlimm findet).
Der direkte Weg nach Saint-Genix auf der Landstraße wäre nur halb so weit, wie der Track, dem wir nachfahren. Aber es läuft gut heute und wir entscheiden uns, nichts abzukürzen, denn auf der Straße zu fahren ist in Frankreich meist unerfreulich, zu viel Verkehr und wenig Rücksichtnahme. Wir fahren dafür durch viel saftiges, feuchtes Grün mit vielen schönen Blüten; Mohnblumen, Kornblumen, Orchideen am Wegesrand und in den Wiesen. Mittagspause machen wir nach 50 Km im kleinen Stadtpark von Morestel, welches eigentlich unser Etappenziel gewesen wäre, hätte es hier irgendeine freie Unterkunft gegeben. So müssen wir noch fast 30 Km weiter fahren, jetzt in ziemlich praller Sonne bei fast 30°, haben dafür aber ein Zimmer in einer, mit rotem Teppichboden aufgehübschten Abstellkammer in einem kleinen Schloss, mit bemüht feinem Restaurant gleich dabei, sehr praktisch nach fast 80 Km. Jetzt sind wir in Savoyen, das klingt schon fast nach Italien.

79 Km, 410 Hm, beste Radwege, fast kein Gegenwind, erst feucht warm, dann heiß

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