Über den Oberalp Pass ins Rheintal nach Disentis

Bestes Bergwetter heute, kurz vor 10 fahren wir los, die ersten Serpentinen liegen noch im Ort. Es geht schön gleichmäßig hinauf und der Verkehr ist moderat, besonders Motorräder sind nicht so zahlreich wie befürchtet. Mit jeder Kehre wird die Aussicht besser, bald sind wir schon hoch über Andermatt, man erkennt das ganze Ausmaß der ‘ägyptischen Riesenbaustelle’. Sehr viel hübscher dagegen ein paar Kühe, wie hinbestellt vor prächtiger Alpenkulisse. Nach den Serpentinen kommt ein Hochtal durch das die Straße geradeaus, neben der Bahnstrecke in Richtung Oberalp-Stausee führt. Am Stausee, etwa 2000 M Seehöhe, liegen noch einige fette Schneefelder, mit dem Fernglas Richtung Furka geschaut ist es nicht verwunderlich, dass der Pass noch geschlossen ist, da oben ist noch alles komplett unter Schnee. Am See geht es durch eine Lawinengalerie an deren Ende die Passhöhe mit Skiliften und Bergrestaurant liegt. Auch hier noch mächtige Schneehaufen, aber bei 20° machen sie’s nicht mehr lange. Wir aber machen lange Pause bei Bündner Gersten-Süppchen und einem exquisiten Fenchelsalat. Nun haben wir also den geographischen Höhepunkt unserer Tour erreicht, nach fast 4000 Km und über 30.000 Höhenmetern geht’s nun abwärts Richtung Rheintal. Dessen Quelle liegt zwar nicht weit entfernt aber der Weg dahin ist noch unter viel Schnee begraben. Die Abfahrt vom Oberalp Pass ist schon ein besonderes Highlight, mit vielen Serpentinen und wenig Verkehr. Die Straße verläuft streckenweise richtig ausgesetzt, ohne jegliche Leitplanken, da wäre jeder Fehler todsicher tödlich. Weiter unten im Tal, mit weniger engen Kurven und etwas Rückenwind kann man es richtig laufen lassen, mit 65 Km/h überhole ich einen Mountainbiker, der Arme, mit seinen Stollenreifen hat er keine Chance mitzuhalten. Bis Disentis haben wir 800 Hm verloren, da bleiben nur nochmal 800 bis zum Bodensee für die nächsten 4 Tage.

Disentis wird dominiert von einem monumentalen Benediktiner Kloster, hoch über dem Dorf errichtet, mit üppiger Barockkirche, für die Größe des Ortes erstaunlich. Im Kloster finden sich Ausgrabungen von den ersten Strukturen, die ins Jahr 700 zurückreichen. Zum Koster gehört auch ein Gymnasium mit Internat. Auf einem kleinen Friedhof, auf einem Absatz vor der Kirche, liegen die Äbte des Klosters begraben. Leider haben sie nichts mehr von dem weiten Blick zum Lukmanier Pass von hier oben.

32 Km, 713 Hm, fast schon gemütlich auf den Oberalp Pass, Adrenalin-geladen hinunter

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