Gleich in Disentis geht es steil bergab zur ersten Rhein-Querung und auf der anderen Seite wieder ebenso hoch hinauf. Der Rhein ist hier noch ein großer, relativ klarer Gebirgsbach aber keine 10 Kilometer weiter flussabwärts schon ein brauner reißender Fluss, da kommt viel Schmelzwasser aus den Seitentälern hinzu. Im Prinzip geht es nur abwärts, zumindest auf der Bundesstraße, wir fahren aber auf Feldwegen und Nebenstraßen mit einigem auf und ab und oft auf Schotterwegen, da ist Konzentration auf grobe Steine, Schlaglöcher und Regenrinnen verlangt, viel Gelegenheit zum Schauen bleibt da nicht. Nach einer steilen Rampe bleiben wir kurz stehen, denn hier gibt es viele Maikäfer und ein Schweizer Paar mit E-Mountainbikes, die sich für uns arme Bio-Biker interessieren. Auf die Frage, wie oft wir schon die Pneus wechseln mussten, entgegne ich, dass wir unterwegs noch keinen ernsthaften Defekt gehabt hätten. Ich möge es nicht verschreien höre ich noch und fahre schonmal los und keine 200 Meter danach ist mein Vorderreifen platt. Absolut geisterhaft – schließlich stellt sich raus, ein snake bite, d.h. zu schnell über zu groben Schotter gebrettert und / oder zu wenig Luft im Schlauch. Der ist schnell gewechselt, jetzt gibt es aber keinen Ersatzschlauch mehr, zur Beruhigung der Gattin im nahen Ilanz aber ein Fahrradgeschäft. Dort kehren wir in einer besseren Döner-Bude zu Mittag ein und sind danach so vollgefressen, dass wir die restlichen 7 Kilometer hinauf nach Valendas, bei schattenlosen 30° nur dank des kräftigen Rückenwinds ohne Kollaps überstehen. In Valendas ist die Attraktion und zugleich Rettung vor dem Hitzschlag der größte Holzbrunnen der Schweiz, dann sind es nur noch 100 Meter zu unserer Unterkunft. Dort erwartet uns Nina in ihrem wunderschönen, typisch Schweizer Chalet. Wir haben ein Zimmer mit phantastischem Weitblick in die Berge, mit Fenstern auf drei Seiten und einem großen Garten, mit schattigen Plätzen unter den Obstbäumen. Besser kann man es nicht treffen.










39 Km, 423 Hm, Etäppelchen, meist bergab mit Rückenwind, zu schnell gefahren…
