Abflug in den Frühling

Wider allen geunkten Schreckensszenarien wurde weder bei der S-Bahn noch beim Bodenpersonal des Flughafens gestreikt und auch die vom Piloten verkündete Wartezeit von 1,5 Stunden auf die Startfreigabe (weil keiner rechtzeitig kam, um die Koffer einzuladen) entpuppte sich als Flug-Ente und wir sind pünktlich in Sevilla gelandet. Sogar die Fahrradtaschen wurden nach einer halben Stunde Warten an der Sperrgepäckausgabe auf das Band ausgespuckt und sind heil geblieben.

Für die Verhandlungen zur Frage wie und wo unsere 8 m² Kautschuk Verpackung deponiert werden können, bestand das Reinigungspersonal darauf, ausschließlich Spanisch zuzulassen. Vor den Containern entpuppte sich der Zusammenbau der Räder dann doch als erheblich zeitintensiver als das Zerlegen daheim und so sind wir erst mit beginnender Dämmerung in Richtung Sevilla aufgebrochen. Das erste Stück der gerouteten 12 Km in die Stadt bedurfte ausgreifender Überzeugungsarbeit, da die Gattin nicht geneigt war, die Autobahnauffahrt als Teil der Streckenführung zu akzeptieren. Es gab aber bald eine kleine Ausfahrt auf einen sandigen Feldweg parallel zur Autobahn, der besser befahrbar war, als Google Streetview befürchten ließ. Nach wenigen Kilometern ging es auf einem ausgebauten Radweg weiter stadteinwärts. Die weiteren Radwege waren mit zahlreichen Schikanen gespickt, aber insgesamt haben wir zielsicher das Hotel erreicht, von wo wir, vom Concierge mit dem Schlüssel begleitet, die letzten paar hundert Meter zum Appartement durch die engen Gassen geschoben haben. Der kräftige Regenschauer des Tages traf uns gerade nicht! Unsere Wohnung liegt genial an der Mauer des Alcazar und einen Steinwurf von der mittlerweile angestrahlten Kathedrale La Giralda. Ruhig gelegen, außer vielleicht Pferdekutschen, mit Aufzug direkt in die großzügige und perfekt restaurierte Wohnung und noch einer Dachterrasse hat sich die Gattin mit dem komplexen Auswahlprozess wieder mal selbst übertroffen.

In der wohlverdienten, leckeren Tapasbar wurde uns von zahlreichen Stieren in den Teller geglotzt. Auf dem Heimweg haben uns die vielen duftenden Orangenbäume in fast voller Blüte betört, wir sind phantastisch angekommen!

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