Sevilla – Kirchen und Paläste

Es ist ja nun schone eine Weile her, dass Ferdinand der 3. mit der Reconquista 1248 gesiegt und die Mauren aus Sevilla (und zuvor aus Granada, etc.) vertrieben hatte und wahrscheinlich ist das auch der Grund, dass scheinbar niemand ein schlechtes Gewissen hat, all den Prunk dieser Paläste und Kirchen nach diversen Umbauten als ‘christliches Kulturgut’ zu etikettieren. Da empfiehlt sich die Lektüre ‘Im Schatten das Granatapfelbaums’ von Tariq Ali, auch wenn dies natürlich kein verifizierter Augenzeugenbericht ist.

Nach dem Café gibt es einen Slot für die Casa de Pilatos, ein herrlicher Stadtpalast im Mudéjar-Stil, das ist eine Kombination aus abendländischen und orientalischen Elementen, meist von arabischen Baumeistern erbaut, die heute ständige Restaurierungsbemühungen erfordern.
Die Osterwoche steht bevor und dafür werden von vielen geschickten Händen zahlreiche Palmstreifen kunstvoll verwoben.

Auf geht’s zur Kathedrale! Nach Kolumbus († 1505, später in Teilen in Sevilla bestattet) legten die spanischen Könige dann noch ein paar Schippen drauf, als die neue Welt entdeckt und Reichtümer von Übersee herbeigeschafft wurden .

Der fast 100 m hohe Turm ‘La Giralda’, von den Mauren errichtet, durfte stehen bleiben, immerhin. Nur die 22 Glocken ganz oben dürften nicht maurischen Ursprungs sein. Dort drängen wir uns mit gefühlt allen Schulklassen Frankreichs und Italiens die engen Rampen bis zur Spitze der Giralda empor. Die Aussicht wäre herrlich, aber das Gedränge nervt und wir steigen rasch wieder hinunter.

Für das viele Gold und Silber findet sich in der Kathedrale kein freies Fleckchen mehr. Sie wird wahrscheinlich in Ausmaß, Prunk und Protz nur noch vom Petersdom überboten. Aber Chor und Orgel haben die Christen wohl selber so kunstvoll hinbekommen.

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