Von Vila do Bispo nach Maria Vinagre

Das Frühstückscafé ist 20 m von unserem Häuschen entfernt, so muss das sein, denn vor dem Kaffee geht bekanntlich nix. Und der Tag beginnt auch mit einer anderen Erkenntnis sehr entspannt: Der Wetterbericht liegt völlig daneben, denn es ist sonnig und windstill. Dazu später mehr…
Der Etappe beginnt auf einer kleinen aber feinen Landstraße mit sehr wenig Verkehr und führt durch Pinien- und Akazienhaine, mit ein paar verstreuten Windrädern am Weg. Es duftet nach Macchia im Frühling, alles grünt und blüht und die Vögel sind hier zahlreich und lautstark. So haben wir uns das Radfahren gewünscht und der Kontrast zur Algarve könnte größer kaum sein.

Besonders eindrucksvoll finden wir die riesigen Strände und die meterhohen Brecher des Atlantik, ein Paradies für Surfer, die man mit ihren Wohnmobilen aus ganz Europa nicht übersehen kann. Unsere Route macht einen weiten Bogen von ca. 10 Km oberhalb der Steilküste entlang mit spektakulären Ausblicken bevor es in Carrapateira wieder zurück auf die Straße geht.

Ein paar Eindrücke der Strecke rund um Carrapateira an der Atlantikküste

Nur wenige Km entspanntes Rollen auf der Landstraße, schon geht es wieder links raus auf die Schotterstrecke, dem nächsten steilen Anstieg entgegen, wieder mal (teilweise) schieben, bis die 100 Höhenmeter geschafft sind. Weiter geht es nun wieder gemütlich leicht bergauf, 17 Km neu gebaute Schotterstraße, mit EuroVelo 1 markiert und freiem Blick in die Landschaft – wenig Bäume, die könnten aber auch Waldbränden zum Opfer gefallen sein, an manchen Hängen stehen noch die verkohlten ‘Leichen’. Hier sind viele Wanderer in der prallen Sonne unterwegs, da bin ich doch froh um mein Fahrrad!
Nach rasanter Abfahrt kommen wir in das Städtchen Aljezur, da gibt es einen Kaffee, bevor es wieder eine unverschämt steile ausgewaschene Schotterstrecke bergan geht, wieder 100 Höhenmeter schieben. Oben angekommen, rollen wir die restlichen Kilometer fast von selbst ins Ziel, Maria Vinagre, ein kleines Dorf, indem wir einen ebensolches Zimmer zum ersten mal persönlich übergeben bekommen. Die Wirtin hat uns auch freundlicherweise in dem einzigen offenen Gasthof des Ortes avisiert. Dort sind wir die einzigen Gäste und das erste mal völlig sprachlos, denn die Oma, die den Laden gerade noch so am Leben hält, erzählt zwar ausgiebig, aber für uns wenig hilfreich, den Inhalt der Speisekarte und wir schaffen es gerade mal so, etwas zu bestellen. Da wäre jetzt ‘Google Übersetzer’ hilfreich, wäre nicht im Handy das Mobilfunknetz mit ‘E+’ angezeigt. Es war dann aber überraschend lecker und so billig wie noch nirgends auf der Reise. Jetzt sind wir wirklich in Portugal.

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