Was für ein Tag, 100,0% Asphaltstraßen! Fast kein Wind von vorne, bis zu 31° warm bei verhaltenem Sonnenschein. Weitere Besonderheit: Ein totes, schwarzes (Wild-?) Schwein am Straßenrand, inmitten einer baumlosen Dünenlandschaft, rätselhaft, vielleicht ist es vom Laster gefallen. Der Reihe nach…
Der Tag beginnt mit selbst gepflückten, herrlich saftig-süßen Orangen. Los geht es durch lockere Korkeichenwälder mit teils gewaltigen Bäumen, später überwiegen die Pinien von ähnlich mächtigen Ausmaßen. Fast kein Verkehr auf der Straße, die kilometerlang schnur geradeaus geht. Insgesamt eine sehr sandige Gegend, aber die Straße verteidigt sich tapfer gegen Angriffe von rechts und links. Uns wird endgültig klar, dass der Google Algorithmus für Radrouting so programmiert ist, die Gläubigen, die ihm auf den Leim gehen im Sand elendig verdursten zu lassen, wo sie dann von den Hunden entsorgt werden.




Beim Mittagessen in einem unscheinbaren Gasthof, Mira Ponte, auf offener Landstraße werden wir wieder überrascht; als wir in das große leere Lokal kommen ist es fast etwas ungemütlich, so alleine – als wir gehen, ist kein Tisch mehr frei und das Personal ist total im Stress. Muss eine lokale Berühmtheit sein, dass die Leute von weit her kommen. Die restliche Strecke geht erst entlang von ausgedehnten Reisfeldern, in denen sich eine Storchenkolonie offenbar als Putzkolonne verdient macht, dann entlang eines Dünenstreifens, der zur Sackgasse wird, wir aber in Troia die Fähre nehmen, um nach Setubal überzusetzen.
Unser gebuchtes Domizil mitten in der engen Altstadt ist ein kleines, finsteres Zimmer, aber nach kurzem Gespräch mit der Vermieterin erfahren wir von einem großen Loft, ein Stock höher, was zu unserer großen Freude noch frei ist – ein fabelhafter Deal.

53 Kilometer, 290 Höhenmeter, geschenkt.
