Heute beginnt die Etappe mit Sonnenschein und Rückenwind! Es war etwas mühsam, sich durch die Touristen aus dem Städtchen hinaus zu wurschteln, aber dann geht es auf einsamen, wunderschönen Straßen an der Küste entlang nordwärts. Aber die Gegend ist hügelig und bei jedem Dorf geht es hinab ans Meer und danach wieder steil hinauf. Wir kommen in Foz do Arhelo vorbei, das an einer ausgedehnten Sanddüne liegt, hinter der die meterhohen Wellen des Atlantik brechen und genehmigen uns einen Kaffee, denn der vom Frühstück in Óbidos war nicht so toll. Nun 160 Höhenmeter hinauf, mit tollem Blick auf die Steilküste, und bald wieder hinunter nach Sao Martinho do Porto, wo wir uns die Einkehr verkneifen, denn die Stimmung am Himmel verdüstert sich zusehends. Als wir wieder die Höhe erklommen haben und Nazaré sich am Horizont zeigt, hinter Wolken von Gischt, die die Hänge hinaufziehen, fängt es, wie vorhergesagt, an zu regnen.



Das erste Mal auf der Reise: Rein in die Regensachen. Wir sind nun wieder auf dem EuroVelo 1 , d.h. man möchte uns wieder über Schlaglochpisten schicken, jetzt mit tiefen Pfützen garniert. Da suche ich wieder einen Ausweg auf eine ‘ordentliche’ Straße und es gelingt ohne große Umwege. Wir fahren nun auf einem Höhenzug entlang, der großartige Aussicht auf Nazaré und die umliegenden Täler bietet. Die Abfahrt ist feucht, manchmal steil und ziemlich lang, wir waren immerhin auf 170m oben. In Nazaré geht es erst kilometerlang am Strand entlang, bis die Straße einen Knick in den Ort hinein macht und den dramatischen Schlussakt der Etappe einläutet. Wo liegt unser Appartement? Auf dem höchsten Punkt im Ort! Also nochmal 2 Kilometer steil bergauf, die Gattin muss das meiste schieben. Immerhin liegt unsere Unterkunft praktisch auf der Route, der Anstieg wäre also sowieso zu bewältigen gewesen. Die Aussicht von oben ist dafür spektakulär und für kurze Zeit regnet es nicht, aber viel Zeit zum Schauen haben wir nicht, denn das Restaurant um die Ecke schließt bald und wir haben seit dem Frühstück nichts gegessen. Wir werden gerade noch eingelassen und bekommen den besten Kabeljau der bisherigen Reise aufgetischt, Glück und Pech halten sich wieder mal die Waage. 48 Km, 747 Höhenmeter.



