Als wir uns am Morgen auf die Suche nach einem Café machen, hat es 8 Grad, es ist windig und die Wolken lassen höchstens einzelne, kurze Flecken Sonnenlicht hindurch. Muss das sein? Wir werden fündig nach Hinweisen von Einwohnern, die so früh schon auf der Straße sind und landen in einer sehr rustikalen Bäckerei, die auch ein paar kleine Tische aufgestellt hat an denen einige ältere Frauen sitzen und sich angeregt bis leicht genervt unterhalten. Wir bekommen unseren Galão bzw. Meia de leite, was in etwa einer Latte macchiato bzw. Cappuccino entspricht. Anschließend geht es, so warm wie möglich eingepackt, hinunter zum Leuchtturm an den berühmten Spot der angeblich größten Wellen der Welt. Leider sind keine Surfer zu sehen und die Wellen sind heute auch nicht rekordverdächtig hoch aber schon sehr gewaltig und eindrucksvoll!




Die Radetappe ist heute keine besondere Herausforderung, führt durch wunderschöne Landschaften, Kiefernwälder und Macchia auf sandigem Boden, immer wieder mit Blick auf die endlosen Strände mit dem breiten weißen Saum der Brandung. Nach einer halben Stunde holt uns eine fette schwarze Regenfront ein und wir müssen uns wieder einpacken, bei 9° schwitzt man zum Glück nicht in den Regensachen. Nach der Mittagspause in Sao Pedro de Moel lacht die Sonne, als wäre nichts gewesen. Es folgt ein 15 Kilometer langer Straßenabschnitt, mit dem Lineal gezogen, leicht wellig, leicht unterstützt durch den Südwestwind, so macht Radfahren wieder Spaß und wir sind nach 44 Km bald an unserem Ziel, Pedrogão. Gerne wären wir noch weiter gefahren, aber Ortschaften mit Unterkünften sind nur noch spärlich gesät und so müssen wir hier bleiben und morgen dafür ca. 70 Km fahren.



Den Nachmittag nutzen wir für einen Strandspaziergang zu den Dünen, die gewaltige Brandung, die Sonne und die (Regen-) Wolken mischen sich zu einer magische Stimmung. Der nächste Wolkenbruch ist nie weit weg…. und Stunden nach unserer Abreise muss Lissabon völlig abgesoffen sein.



