Von Baiona über Vigo nach Pontevedra

Perfektes Wetter war angesagt, als wir losfahren regnet es, aber zum Glück nur kurz und nach dem Frühstück in einer Bar (‘very local’) scheint die Sonne und es bleibt den ganzen Tag sonnig. Heute wird es etwas anstrengender, Galizien besteht aus zu vielen Hügeln, den ersten müssen wir vor Vigo auf der Nationalstraße (=Bundesstraße) überwinden. Erfreulicherweise haben die großen Straßen hier meist breite Seitenstreifen, denn der Verkehr ist schon recht heftig, verglichen mit Portugal. Vigo ist eine Großstadt mit fast 300.000 Einwohnern und bis in die Innenstadt sind es locker 10 Kilometer durch Industriegebiete, Hafenanlagen und Vorstadt, teils müssen wir der Stadtautobahn ausweichen, kommen aber heil im Zentrum an. Dort bereitet man sich auf einen Mittelalter-Markt vor, mit marschierenden Trommlern und Fressbuden, die leider noch nicht geöffnet haben, bekommen dafür aber ein paar frische Austern, fast im Vorbeifahren, und landen dann in einem veganen Café mit ganz leckeren Avocado-Toasts, aber ohne Klo – brauchen Veganer das nicht?

Lange geht es weiter durch die Stadt, wieder bergauf und dann zufällig entlang einer stillgelegten und zum Flanieren ertüchtigten alten Bahnstrecke, das ‘gefällt’ schon aufgrund des stetig sanften Gefälles, endet aber unvermittelt und wir müssen wieder auf die Straße. Eine weitere Pause, diesmal mit Milchkaffee (statt Hafermilch) gönnen wir uns in Redondela unter einer imposanten Eisenbahnbrücke. Nach ein paar weiteren Kilometern, teils mit schöner Aussicht auf die verzweigte Bucht von Vigo, biegen wir rechts ab und gelangen über eine mittelalterlichen Brücke auf eine einsame aber immer steiler werdende Landstraße, die uns entlang eines rauschenden Bachs zur letzten Bergwertung des Tages führt. Der eine erreicht sie radelnd, die andere schiebend.

Bevor es endgültig bergab nach Pontevedra geht, geraten wir noch in einen Plausch mit zwei einheimischen Frauen, Mutter (93) und Tochter, die ob unserer Reisegeschichten (wir sind wieder im Spanischen unterwegs!) mehrfach die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.
Pontevedra ist eine mittelgroße Stadt, die seit 1999 die Innenstadt weiträumig (300.000 m²) zur Fußgängerzone gemacht hat (sehr angenehm!), wir übernachten sehr zentral in einem Einkaufszentrum, das ist jetzt aber gar nicht so schlimm wie man meinen könnte, denn das Appartement liegt im 2. Stock.
57 Km, 804 Höhenmeter, meist stressig wegen viel Verkehr, hochfrequentes Anpassen der Route zur Vermeidung unnötiger Steigungen und verkehrsreicher Straßen.

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