Santiago de Compostela

‘Buon Caminho’ grüßt man uns immer wieder unterwegs obwohl wir doch gar keine Pilger sind, entspricht aber in etwa dem uns geläufigeren ‘pfiat di’. Mit Fahrrad und Packtaschen steht man jedenfalls unter Generalverdacht.
Der Morgen ist sonnig, nur über den Muschelbänken steht noch der Nebel und es ist saukalt, jedenfalls einstellige Temperaturen.

Der Weg nach Santiago ist abwechslungsreich… Der Track verläuft uns zu häufig auf der extrem befahrenen Bundesstraße aber Google hat immer eine Idee, wie der Weg verkehrsarm laufen könnte. Eine der weniger guten Ideen war, uns auf den originalen Jakobsweg-Wanderpfad zu routen, denn nach den zahlreichen Regentagen gleicht der eher einem Bachlauf mit Schlammkulen, sodass sogar die Zu-Fuß-Pilger auf die Straße ausweichen. Die anderen Vorschläge aber waren brauchbar bis originell, entlang einer Bahntrasse mit viel Industriehallen (dafür flach), durch winzigste Gassen kleiner Dörfer, einsame Waldwege nebst zahlreicher Talsenken. So kommen über den Tag 660 Höhenmeter zusammen, obwohl Santiago nur 250 m über dem Meer liegt.
Am Nachmittag erreichen wir Santiago de Compostela und radeln durch die Fußgängerzone direkt auf den großen Platz vor der Kathedrale, den alle ankommenden Pilger zum Ziel haben. Das ist schon ein überwältigender und bewegender Moment so viele Menschen mit Rucksack, die sich glücklich in die Arme fallen, Fotos machen und dann einfach nur in der Sonne liegen und die Neuankömmlinge beobachten.

Das machen wir dann genauso bis wir später zu unserem Hotel aufbrechen, was in den engen Gassen mit vielen Treppen gar nicht so leicht fahrend zu erreichen ist. Unser Zimmer hat eine wunderschöne Aussicht aus einem kleinen Wintergarten-Balkon. Auf der Suche nach dem passenden Restaurant stromern wir am Abend durch die halbe Altstadt, das wollten wir eigentlich erst morgen machen, wie auch die Besichtigung der Kathedrale von innen.

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