Was für ein wunderschöner Wintertag, die Sonne geht auf bei -3°. Vor dem Fenster fährt ein Auto mit Skikoffer auf dem Dach, wohin sind wir entführt worden?
Als es am sehr späten Vormittag +5° werden, fahren wir los, mit allen verfügbaren Klamotten, langen Handschuhen und Stirnband unter dem Helm. Auf der Ausfallstraße aus Burgos, der N120 nach Pamplona, haben wir tatsächlich Rückenwind – erzeugt von den unablässig überholenden Schwerlastern. 20 Kilometer müssen wir auf oder knapp neben dieser Straße vorankommen bis endlich der ersehnte Abzweig auf eine kleine Landstraße kommt; für die nächsten 30 Kilometer bleibt die Zahl der überholenden Autos tatsächlich einstellig. Der Preis ist, wieder auf über 1000 m Seehöhe hinauf zu müssen, aber die Landschaft, die Ruhe und die Sonne sind der Mühe mehr als Wert. Mehr zufällig kommen wir an dem Kloster San Juan de Ortega vorbei und machen hier unsere Mittagspause in einer kleinen Bar. Die Klosterkirche und das Dorf haben richtig Charme und wir wärmen uns dann auf einer Holzbank am Brunnen in der Sonne etwas auf.



Von hier geht es erstmal durch ein gewundenes Tal bergab, das erste mal seit Tagen, das wir eine Gefälle einfach so hinabrollen und genießen. Unser Ziel, ein Hotel in einem großen alten Natursteinhaus in Villafranca Montes de Oca liegt aber wieder höher, auf 950m, unsere höchste Übernachtung in Spanien.


50 Km, 450 Hm, die einsamen Landstraßen haben einen Preis verdient
