Von Cirauqui nach Pamplona

Um 9 Uhr werden wir hier schon rausgeschmissen – Pilger Albergo eben. Aber in der Bar haben wir gestern Abend schon geklärt, dass sie heute – trotz Sonntag – schon um 8 Uhr öffnet. Fast sind wir alleine, auf jeden Fall sind die verhinderten Tenöre nicht mehr zugegen. Beim Aufbruch mache ich noch ein Foto von einem sehr urigen (Kaugummi-)Automaten, der aber keine Kaugummis sondern kleine Konservendosen, z.B. mit Oliven ausspuckt, very local!
Für die Fahrt durch das Dorf hinunter auf die Straße reichen gute Bremsen alleine nicht, die Nerven müssen da auch mithalten, das würde jeden Bikepark veredeln. Landschaft und Wetter sind heute absolut top. Ein Blick zurück nach Cirauqui und dann hinein in die allerbeste Abfahrt nach Puente la Reina, sie gehört zu den Top 5 der Reise bisher. Auch die alte Brücke über den Arga ist ein Hingucker, besonders weil sie sich so perfekt im Fluss spiegelt.

Dann geht es aber 300 Hm hinauf auf den Alto de Perdón, ein Höhenzug zwischen Puenta la Reina und Pamplona. Da sind wir mal wieder brav-blöd dem Jakobsweg nachgefahren, obwohl man bequem auch am Fluss entlang nach Pamplona hätte fahren können.

Nach einer Pause auf der Passhöhe geht es eisig kalt bergab, so dass wir uns am Fuß der Abfahrt in einem sonnigen Café in Astrain (so heißt der Ort wirklich) wieder aufwärmen müssen. Der weitere Weg nach Pamplona ist einladender als bei den anderen Großstädten bisher und führt durch viel Grün und auf schönen Radwegen bis zur Plaza de Castillo, dem Hauptplatz, der mit seinen umgrenzenden Häusern zu den schönsten Plätzen Spaniens zählen kann, zumindest nach unserem Geschmack.

Als absolut unerfahrene Touristen lassen wir uns im Restaurant Windsor nach Strich und Faden abzocken – wie blöd kann man sein, ein Blick in Google hätte genügt! Das trübt aber nicht die Freude darüber, die lange und auch anstrengende Passage des Jakobswegs geschafft zu haben – ab morgen werden uns die Pilger fehlen und nicht nur, um den Weg zu finden. In unserem Hotel in der Altstadt führen die Räder wieder mal ein Luxusleben und dürfen die ganze Nacht in der Rooftop-Bar abhängen.

Pamplona hat ja einen USP (unique selling point) wie München das Oktoberfest: Die Stierhatz zu Ehren des San Fermin alljährlich im Juli. Da wir nicht so viel Zeit haben, begnügen wir uns mit je einem Foto der Calle de la Estafeta, durch die die Stiere getrieben werden und einer Skulptur (vielleicht zu zu Ehren der 15 toten Menschen in den letzten 100 Jahren?) Die Stiere jedenfalls sind hinterher alle tot, weil das Ziel des Laufs die Stierkampfarena ist. Das Nachtmahl bestand heute aus 15 verschiedenen, auch sehr phantasievollen Pintxos, diesmal mit nur 7 Glas Wein.

37 Km, 600 Hm, heute ist beinahe das Kettenblatt von der Kurbel abgefallen

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