Adios España, von San Sebastian nach Biarritz

Das war ein nerviger Tag, obwohl ja mal die Sonne schien und es nachmittags sogar warm wurde. In San Sebastian gibt es feine Radwege, aber an der Stadtgrenze führt nur der eine Weg hinaus über eine 4-spurige Schnellstraße und der Verkehr bis Irun ist sehr dicht und LKW-lastig. San Sebastian und Irun haben Seehäfen und Bahnanschluss, also auch viel Industrie und Logistik. In Irun finden wir ein Fahrradgeschäft am Weg und ich kann die losen Kettenblattschrauben erneuern bzw. festziehen. Der Werkstattmeister verkauft mir sogar sein Spezialwerkzeug und ich kann mir in seinem Laden nach der Reparatur die Hände waschen – sehr nette Leute.

Wir machen in der schmucklosen Stadt ein 2. Frühstück und dann geht es ohne irgendeinen Hinweis bei einer Brücke rüber nach Hendaye in Frankreich – man merkt es eigentlich erst an der merkwürdig anderen Sprache. Es geht am schönen langen Strand entlang, viele Surfer sind im Wasser aber nur wenige sieht man mal auf dem Brett. Zurück auf der Landstraße muss man feststellen, dass die Franzosen eindeutig zu viele Autos haben, dieser unablässiger Verkehr nervt gewaltig. Wir verlassen die Landstraße und geraten auf eine übel steile, schlechte Nebenstraße, die auch noch renoviert wird, d.h. Baufahrzeuge und loser Split. Aber ruhig ist es hier und die Aussicht ist in alle Richtungen toll, rückwärts die Ausläufer der Pyrenäen, vorwärts der Atlantik mit dem Städtchen Saint Jean de Luz.

Saint Jean de Luz ist nett hergerichtet mit einigen Fachwerkhäusern, Fußgängerzone und vielen Cafés. Es wimmelt nur so von Menschen, völlig unerwartet. Wir machen eine Mittagspause mit leckerem Salat, preislich leider auf Münchner Niveau, außer das Bier, das doppelt so teuer ist.
Noch sind 20 Kilometer entlang der Küste zu fahren und es geht keine 100 m eben dahin, nur rauf oder runter, durch Dörfer und schicke Ferienhaussiedlungen bis Biarritz. Dort wartet ein nettes älteres Ehepaar in seinem Hotel auf uns, wo wir ein ziemlich winziges Zimmer haben. Es liegt aber nah am Meer mit einer kleinen sandigen Bucht, auf deren einer Seite spannende Felsformationen ins Meer ragen, auf die eine Brücke führt, von der man des Brechen der Wellen aus nächster Nähe beobachten kann.
Insgesamt hat der Ort wohl seinen Zenit überschritten, das mondäne Seebad ist schon lange nicht mehr Ziel der Haute Volée.

Zum Abendessen gibt es Galettes und Crêpes mit einem guten lokalen Weißwein (aus der Gascogne).
58 Km, 812 Hm, zu viel Verkehr, ständig unterbrochene Radwegfragmente, anstrengendes Stop & Go!

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