Die Fahrt aus Lyon heraus war viel angenehmer als hinein, schön im Grünen geführte Radwege entlang der Rhône, durch Naherholungsgebiete, kurz parallel zur Autobahn, aber immer gut markiert und in gutem Zustand. Dann geht es wieder auf dem Damm entlang, die nächsten Tage immer in östlicher Richtung. Bald verlässt die Route aber den Fluss und führt uns hinauf in die Hügel durch ein paar sehr einsame Dörfer. Nach der Mittagspause (wir wurden sehr beschissen von einem Vogel aus dem Baum über dem Picknicktisch zum Gehen aufgefordert!) kommen wir in ein kleines Dorf mit tatsächlich einer offenen Bar und bekommen unerwartet einen guten Kaffee. Die Gäste, kaum von den Wirtsleuten zu unterscheiden, waren alle ein wenig derb drauf, aber nicht unfreundlich. Beim Aufbruch geraten wir in einen fröhlich hupenden, sehr sportlichen Korso einer garantiert nicht einheimischen Hochzeitsgesellschaft. Die restlichen Kilometer geht es wieder am Fluss entlang, bis wir abbiegen nach Hières, kurz hinter dem Kernkraftwerk Bugey – heute strahlt also nicht nur die Sonne auf uns (Hier ist ein Zwischenlager errichtet für den radioaktiven Müll aus den Abrissarbeiten von 9 Reaktoren). Wir werden sehr freundlich von Patricia in unserer Unterkunft, wieder mal ein Chambre d’Hôte, empfangen und bekommen erstmal ein Bier gegen die Hitze auf der schönen Terrasse. Wir logieren im Dachgeschoß des alten Hauses, das Bad ist sehr geräumig und ein Foto wert. Zum Abendessen haben wir einen Tisch im Hotel ‘Le Val d’Amby’ reserviert und bekommen dort völlig überraschend das absolut beste Menü der Reise aufgetischt; heute ist auch die Nachspeise, ein Soufflé mit Gran Marnier und Zitrusfrüchten sozusagen erste Sahne.




54 Km, 254 Hm, ziemlich heiß heute, die flachen Etappen sind wohl passé, noch 1001 Km bis nach Hause
