Adieu La France, Grüezi Schweiz

Der Sonnenaufgang, fein aus dem Bett zu beobachten sofern man die Augen schon offen hatte, setzte den Auftakt zu einem schönen Sommertag am Genfer See, unserem letzten Tag in Frankreich, nach ziemlich genau 6 Wochen.

Das Frühstück im Hotel de la Plage ist sehr gut, sogar mit Cappuccino, und ebenso sehr gut abgefüllt verlassen wir diesen unaussprechlichen Ort Excenevex. Die Strecke verläuft teils am See (unten), teils auf Landstraßen (oben) und dazwischen liegen immer ziemlich steile Anstiege bzw. Abfahrten. Der tolle Blick auf den See und das Nordufer verleitet uns dazu, immer wieder anzuhalten und mal auf einem Bänkchen Platz zu nehmen. So passiert es, dass wir zur Mittagszeit gerade mal 15 Kilometer weit gefahren sind und uns dennoch in Thonon-les-Bains an die, unter Platanen gedeckten Tische ins Restaurant setzen. Sehr unvernünftig, mehr als 40 Kilometer vor dem Ziel, aber im Nachhinein doch gut, denn anschließend kommen erstmal nur schrecklich stark befahrene Straßen und Industriegebiete rund um Évian-les-Bains. Der Ort hätte sicher einen Stop verdient gehabt, aber weil heute die sonst so vorbildliche Ausschilderung der Radroute versagt und uns das GPS mehrfach über einfach nicht vorhandene Wege und Brücken weist, sind wir so genervt von dem ewigen hin und zurück, dass wir einfach weiterfahren um voran zu kommen. Dazu kam, dass auch mal ein Umweg ausgeschildert ist, der hoch hinauf über irgendwelche Nebenstraßen verläuft, um einen Kilometer Hauptstraße zu vermeiden. Positiv schlägt aber zu buche, dass der angekündigte Gegenwind kaum zu spüren ist und gegen Nachmittag sogar in Rückenwind umschlägt.
Im abgewirtschafteten Französischen Teil von Saint-Gingolph gibt es als ‘letztes Café vor der Grenze’ einen Kiosk am Ufer, bei dem wir uns noch einen Kaffee gönnen, bevor es endgültig mit Frankreich vorbei ist.

Die Grenze ist sehr drollig: Ein Gittersteg ist über den See und die Mündung eines Bachs gebaut und endet an einem kleinen, mittlerweile funktionslosen Zollhäuschen und schon ist man im schmucken Schweizer Teil des Dorfes, indem sogar ein Zug im Bahnhof steht (die Fortsetzung der Bahnstrecke in Frankreich ist verfallen, die Franzosen haben ja auch genug Autos). Bald zweigt die Route von der Straße ab und führt an die Rhône, wo wir auf dem Damm fast direkt bis vor das schmucklosen Garni-Hotel in Vauvry radeln. Dort werden wir auf Deutsch begrüßt, wie nett, das hätte ich hier noch gar nicht erwartet. Zum Abendessen gehen wir ums Eck in ein ebenso schmuckloses Restaurant an der Hauptstraße und finden Salat und Nudeln auf der Speisekarte, fast wie daheim.

57 Km, 340 Hm, Sehr viel Verkehr auf der Küstenstraße, Track und Beschilderung bei der Qualitätskontrolle durchgefallen.

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