Der Folterknecht in der Briger Therme

Schon die Römer schätzten das heiße Wasser der Quelle in Brigerbad. Heute ist es das größte Freiluft Thermalbad der Alpen. Gedacht war ein Tag der Entspannung für die Muskeln und Gelenke. Gemütlich sind wir mit dem Bus von Brig gekommen. An der Kasse bekommt man gar nicht günstig eine Tageskarte, aber sehr günstig ein großes Einmalhandtuch mit sehr geringem Kuschelfaktor. Auch die Sauna ist kein besonders heimeliger Ort, aber nach der ersten Stunde haben wir die Örtlichkeit gründlich erkundet und schon zwei Saunagänge hinter uns, als wir die Tabelle der Aufgusszeiten entdecken. Den macht der Schweizer Saunameister mit Ruhe, Musik aus der Soundbox und sehr viel Zeit. Die nächste Runde am Nachmittag übernimmt sein Kollege Milan, der den Aufguss ein wenig anders interpretiert, zwar auch mit Musik, aber nach der 3. Ladung Eiswürfel und noch 4 Kellen Wasser führt er mit seinem Wedel einen wilden Tanz auf, der die schnellere Hälfte der Badegäste sofort aus der Sauna treibt, die langsameren werden im heißem Dampf blanchiert und verlassen taumelnd mit Schnappatmung den Dampfgarer. Das erinnert uns sehr an den wahnsinnigen Filzhutseppl in der Söldener Sauna, der diese Folter allerdings zusätzlich mit einer ordentlichen Menge Willy angereichert hatte. Wir probieren dann noch die Thermalgrotten und das Freibad aus (herrlicher Blick in die Berge, nachdem es aufgehört hat zu regnen) bevor es, schon um 4 Uhr, einen Salat und einen Haps Nudeln gibt. Danach kommt der 5 Saunagang um 5, der aber glimpflich abläuft. Das lithiumhaltige Natrium-Calcium-Sulfatwasser wäre sicher bestens geeignet, die Batterien eines E-Bikes aufzuladen, ob es uns für morgen auflädt oder eher völlig ausknockt, wird sich zeigen.

Zurück in Brig stellen wir fest, dass das Städtchen am Fuße des Simplon Passes eine hübsche Fußgängerzone mit stattlichen alten Häusern hat. Besonders sticht das Stockalperschloss heraus, in dessen Umgriff auch das Koster liegt, wo wir unser Zimmer haben. Aus den vielen leeren Restaurants suchen wir uns eine ‘günstige’ Pizzeria heraus, Italien ist ja nur eine Passhöhe entfernt, da kann nicht viel schief gehen.

0 Km, 0 Hm, völlig erschöpft

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